Wenn es am schönsten ist…

…soll man ja bekanntlich aufhören. Und das mache ich jetzt. Aus, finito, au revoir:
Dies ist mein letzter Post.

Adjüs

Zumindest auf dieser Seite! 😀
Lomoherz zieht um, packt seine sieben Fotosachen und heißt euch demnächst auf lomoherz.de herzlich willkommen! Ab August werdet ihr (hoffentlich) automatisch weitergeleitet, wenn ihr diese Seite aufruft (merkt euch sicherheitshalber die neue Adresse;). Ich gebe mein Bestes, dass alle Seiten und Links funktionieren und dass meine treuen Follower auch weiterhin Post bekommen, wenn es etwas Neues zu berichten gibt.

Und wieso gerade jetzt?
Vielleicht habt ihr euch schon gewundert – in letzter Zeit war es ein bisschen still hier im Blog. Aber ratet mal, wo ich war! Genau – in den Untiefen meines alten und neuen Backends. Ich habe ganz viel im Hintergrund gearbeitet, und …nagut, ich gebe zu, dass ich viel zu viel Zeit damit verbracht habe, mich durch unzählige und schöne! Themes/Layouts zu klicken, bevor ich mich für eins entscheiden konnte. Berechnet dazu ein paar technische Schwierigkeiten und Herausforderungen und – schwups – war schon die erste Hälfte des Jahres um. Ein paar Sachen müssen zwar noch ausgebessert und verschönert werden, aber ich wollte nicht noch ein halbes Jahr verstreichen lassen oder meine Blog-Beiträge länger aufschieben. Deswegen habe ich mich entschlossen, diesen Sommer live zu gehen und die „Luxus-Arbeiten“ nebenbei zu verrichten.
Ich hoffe (sehr sehr sehr!) ihr kommt alle mit und besucht mich bald in meiner neuen (Blog)Heimat! 🙂Wege

Ihr müsst euch das so vorstellen: Vor dem eigentlichen Umzug bekommt man netterweise genügend Zeit zum Wände anmalen, Teppich aussuchen und Umzugskartons packen. Und eigentlich ist auch schon alles fertig – es fehlen nur noch die Übergardinen, ein paar Kochtöppe und eine neue Klobrille – aber trotzdem schläft man noch in der alten Bude. Das wird sich jetzt ändern, denn zum Monatsende kündige ich meinen wordpress.com Mietvertrag (natürlich nur im übertragenen Sinne); die Vorhänge werden dann eben später ausgesucht – passend zum neuen Lomo-Gefühl.

Wenn es am schönsten ist… ?
Stimmt! Nicht, dass diese erste Jahreshälfte nicht schon aus lauter Höhepunkten bestanden hätte, aber im Juni gab es einen Bericht über meinen Blog und mich in der Schleswig-Holsteinischen Landeszeitung! Da war ich ein bisschen stolz wie bolle. Das ist der Höhe- und Zeitpunkt, auf den ich gewartet hatte, um die neuen Segel zu hissen. Den Artikel kann man sich übrigens hier durchlesen.

Foto

Ich bin sehr gespannt und sehr aufgeregt, was das Leben in den eigenen 4 Website-Wänden bereithält und ob ihr ab und an mal bei mir klingeln kommt – meine Tür steht jederzeit für euch offen (und Zucker hab ich meistens auch da)!
Auf lomoherz.de wird natürlich weiterhin gebloggt und geschnackt, aber es sollen auch ein paar feste Seiten mit Kamera-Präsentationen sowie Tipps & Tricks und neue Projekte hinzukommen – lasst euch überraschen!

Adjüs Hotel WordPress.com – Hallo WordPress.org WG!


Nachtrag: Ein paar Tage nachdem ich diesen Beitrag als Entwurf gespeichert hatte, drehte sich der Wind erneut: Ich habe einen neuen Job – und zwar  im Tourismusmarketing meiner Heimatstadt! Demnächst steht also nicht nur ein virtueller Umzug an….


Dear international readers,

my blog is moving places! Come August, you will (hopefully) be redirected to lomoherz.de – my brand new and very own lomo website. Atm, there is still some minor construction work going on, but feel free to check it out already! Blogging about everything lomo related will still be at the centre of the new website, but I also want to create a section dedicated to lomo cameras as well as tipps & tricks and new projects – stay tuned! And with regards to you, my lovely English readers, I will finally be able to set up my blog bilingually, so you don’t have to look/scroll down for the English part in my posts anymore (I just hope I can work out the technical aspects;).

Looking forward to seeing you on the other site – stop by and see me if you’re up to some lomo fun or in need of a short break from digital photography! 🙂

Mama Lomoherz

Lomo-Freunde,

habt ihr schon mal versucht, euren Eltern eine Lomo-Kamera unterzujubeln? Ertappt ihr euren Vater dabei, wie er immer wieder verstohlen auf eure Doppelbelichtungen schielt? Macht eure Mutter nur an Weihnachten Fotos, weil sie Papi schon zum Geschenkeverteilen verdonnert hat? Dann wird es höchste Zeit für dieses Experiment. Dreht mit euren Eltern, Großeltern, Tanten, Großcousins die Zeit zurück, und katapultiert sie anschließend direkt in den Hipster-Himmel!la_sardina_wally_watcher_front_without_lenscap

© Lomography AG

Ich habe meiner Mutter zu Weihnachten eine La Sardina Kamera geschenkt. Und jetzt, schlappe 6 Monate später, zeigt sie mir ihr erstes Bild.
Mein Geschenk war eigentlich nur die lustige Beigabe, der Gag, den man sich für einen besonderen Moment aufhebt und der mindestens einen Lacher garantiert. Ich legte meiner Mutter die Sardina-Edition Wally Watcher unter den Tannenbaum, weil sie von ihren Freunden nur Wally genannt wird. Wie kann man da widerstehen? Dass sie sie wirklich benutzen würde, hatte ich nicht erwartet. Und dass dabei so etwas herauskommt, schon mal gar nicht.

Ich sage gleich, wie es ist: Meine Mama kann Lomo.

MX Riesenrad (c) Mama Lomoherz

© Mama Lomoherz

Und dieses Wochenende hat sie schon wieder wilde Doppelbelichtungen geschossen. Mein Staunen kennt keine Grenzen, aber in meinem Freundeskreis bin ich nicht die Einzige, die ihre Eltern in eine Art Retro-Revival mit einem Schuss Lomo versetzt hat.

In diesem Post habe ich jedenfalls nur einen Tipp: Drückt euren Vorfahren eine Lomo-Kamera in die Hand. Und beobachtet, wie sie zunächst charmant herumtottern, wie sie sich erinnern, wie sie auf verrücktere Ideen kommen als du, und wie sie es kaum erwarten können, den Film abzuholen.

Es lohnt sich!

Buchmesse Teil 1: In meinem Bücherhimmel

Die Buchmesse in Frankfurt ist zwar schon wieder ein bisschen her, aber ich habe sie noch in guter Erinnerung. So gut, dass ich mich an viele Bilder, die ich vorletzte Woche bei meinem Labor des Vertrauens abgeholt habe, schon gar nicht mehr erinnern kann (kleiner Scherz;).

Aber habt trotzdem Nachsicht mit mir, denn zur Buchmesse hatte ich nicht nur das Lomoherz eingepackt, sondern auch Stift und iPad, um Neugierigen und Kunden unseres Verlags Frage und Antwort zu stehen. Ja, ich hatte sogar ein paar Businessmeetings! 😉
Die 3 Tage vergingen wieder wie im Flug und nach der mittleren (schweren) Lomo-Katastrophe vom letzten Jahr habe ich dieses Mal jede Pause genutzt, um gewissenhaft durch die endlosen Gänge der über 7000 Aussteller zu brausen und ein bisschen Buchfieber einzufangen.

Die Reise zum Mond

Da waren wir wieder. Messeturm, Rolltreppe, erster Stock. Vorbei an den langen Schlangen, die bitte pünktlich um 9 hineingelassen werden möchten; kein Goodie-Bag, Freiexemplar oder billiger Kuli ist vor ihnen sicher, die leeren Koffer und Einkaufstaschen mit fahrbaren Untersätzen sind schon in Alarmbereitschaft gebracht – schnapp schnapp, auf und zu. Aber ich will hier wirklich nichts verallgemeinern 😉 Ich ging also ganz lässig an den Massen vorbei, erwartete fast, dass mich jemand der Vordrängelei bezichtigt und zückte meinen Ausweis (ich gebe zu, ich genoss diesen Moment ein klein wenig…und hoffte, dass nicht wieder irgend etwas lospiept und ich mich hinten anstellen musste). Ich passierte, drehte mich um und machte ein Foto von der wartenden Menge mit ihren erwartungsvollen Gesichtern. Wie immer wird dieses Foto viel zu verschwommen, weil es noch viel zu dunkel im Vorraum ist.

Besser vorbereitet hatte ich mich dieses Jahr trotzdem. Statt mit einem ISO 200 (duh!) lief ich dieses Mal mit 3 lichtempfindlicheren Iso 400 Filmen ausgestattet kreuz und quer über das wahrscheinlich 10 Hektar große Gelände. Die LC-A mit eingebautem Lichtmesser, die letztes Jahr wegen Krankheit leider ausfiel, war mein weapon of choice die Kamera meiner Wahl.

Und dann -oh yeah- rauf auf die Schnellschiene! Ich liebe sie! Mit diesen 7-Meilen Stiefeln erreichten wir im Nu Halle 3, die Metropole, das New York unter den Hallen! Hier versammeln sich alle größeren Belletristik-Verlage wie Fischer, Ullstein, dtv und die gefühlten 482 Verlage von Random House/Bertelsmann. Willkommen im Bücherhimmel.

„Ich geh jetzt mal Wein probieren!“ (auf der Buchmesse)

Von den „Großen“ sah ich dieses Jahr nicht ganz so viel, denn wir nahmen noch einmal die Rolltreppe nach oben. Überhaupt war das mit dem Buchfieber so eine Sache, denn um zu unserem Stand zu gelangen mussten wir uns erst einmal an zahlreichen Wein- und Verkostungsständen vorbeischlängeln. Haben die hier einen Teil der Buchmesse abgezwackt? War ich womöglich im falschen Gebäude, in der falschen Woche, war ich überhaupt in Frankfurt? In Hamburg wären meine Kollegin und ich schon einmal fast in den falschen Zug eingestiegen, ganz so abwegig wäre es also gar nicht gewesen. Tatsächlich fungierte unser Stand als „Tor“ zur Gourmetgallery. Wenn man genau hinsah, entdeckte man sogar das ein oder andere Kochbuch auf dem Weg zu fettig glänzenden Würstchen und Vino Frizzante aus echten Kristallgläsern, die einmal zur vollen Stunde poliert wurden. Der letzte Satz entspricht vielleicht mehr meiner Fantasie als den Tatsachen, aber nur 2 Stände weiter befand sich ungelogen ein Stand voller italienischer Köstlichkeiten:

Viel konnte ich nicht sehen, da die sympathischen Italiener ständig von einer Mauer schmatzender Besucher umgeben waren, aber es gab mindestens 5 verschiedene Pesto-Sorten un unglaublich leckeren uralten Käse … hm, „uralt“ ist mit Bezug auf Lebensmittel vielleicht nicht das richtige Wort, aber ihr wisst schon – diese in Würde gereiften – lange gereiften – Käsesorten mit Salzkristallen.
Wenn ihr auch gerade Hunger bekommen habt, dann schaut mal auf Fattoria La Vialla, dort gibt es allerlei traditionelle Leckereien auf einen Blick. Mein Tipp: Wenn ihr vom Angebot erstmal zu überwältigt seid, lohnt es sich auf jeden Fall, den Print-Katalog zu bestellen. Verpackung und Liebenswürdigkeit werden euch schon aus dem Briefkasten entgegenfallen.

Damit war es aber noch nicht getan. Jeden Morgen, eine halbe Stunde bevor die Messe gestürmt wurde, holten sich eine ganze Reihe (auserwählter?) Standdienstleistender ihr Frühstück direkt von der Kochinsel ab, auf der schon Tim Mälzer seine Künste mit lispelnder Zunge zum Besten gab. Es roch verdächtig nach frischem Rührei mit gehacktem Zwiebellauch und Tomaten. Gut, dass wir in unserer Privatunterkunft ausgiebig gefrühstückt hatten, sonst hätte ich mich wohl oder übel irgendwie dazwischen schmuggeln müssen.

An einem anderen Tag – meine Kollegin und ich befanden uns gerade in einem Kundengespräch – durchdrang plötzlich ein gewaltiger Ton –eine Stimme?- die oberste Etage der Halle 3. Wo kam das her, wer war das? Gelockt von den vollmundigen Klängen pilgerten sämtliche Besucher in die Richtung aus der die Stimme kam. Und tatsächlich – die Gourmetgallery hatte sich in eine Jazzbar verwandelt! In der Mitte der Kochinsel stand eine junge Frau, vielleicht Anfang 30 (im Internet steht Anfang 40), schwang den Kochlöffel, kreiste ein paar Mal mit den Hüften und zog das wachsende Publikum mit einer Stimme in ihren Bann, die an Zigarrenrauch und goldene Diva-Zeiten erinnerte. Ich war so gefesselt, dass ich beinahe vergaß, ein Bild von der Szenerie zu machen. Kein schönes Bild, aber gerade noch rechtzeitig, denn anscheinend war sie tatsächlich hier, um etwas zu kochen. Und dann entdeckte ich auch die Plakate: Murielle Stadelmann – die singende Köchin. Ah ja.
Ich hatte noch kurz Zeit für ihre Begrüßung (sie hatte ihren Auftritt tatsächlich mit dem Lied begonnen, herrlich!). Danach stellte sie dem Publikum ihre ‚Küchenhilfe‘ vor und es war perfekt, denn dieser nette Herr war kein geringerer als ihr französischer Papa Pierre.

Ihr Gesang blieb das „icing on the cake“ und drang noch ein paar mal an meine Ohren, obwohl ich schon längst wieder in Kundengespräche vertieft war. Diese Frau ist der Knaller.

Weitere erste Eindrücke:

Rückzug

Der erste Tag auf der Messe ging schnell vorbei und ich war heilfroh, dass sich unsere Unterkunft buchstäblich nur 2 Straßen weiter befand – ein Luxus zur Zeit der Buchmesse, in der sich die Preise für Hotelzimmer gerne mal verdreifachen und sämtliche Familien freiwillig in den Keller ziehen, um einmal im Jahr das Geschäft ihres Lebens zu machen. Danke an dieser Stelle noch einmal an Tatjana (die nicht im Keller wohnte) – es war richtig schön bei dir! (und auch für das Hape Kerkeling Buch, du bekommst es bald wieder;)

Der Abend hörte hier natürlich nicht auf, denn wenn man schon mal in Frankfurt ist…

Mehr dazu im zweiten Teil!

WPC: Unexpected

I came home from work one day and on top of the very promising sunset, I suddenly saw a hot-air balloon coming up at the horizon and floating towards me over the field of maize. Lovely surprise!

The analog double exposure was taken with the Sprocket Rocket camera and an expired Fujicolor C200 film in Northern Germany.

Eine Milchbar in Stralsund

Ich muss zugeben, dass ich ab und zu luschere, durch welche Suchbegriffe die Leute wohl auf meinen Blog gelangen. Natürlich nur aus rein wissenschaftlichen Gründen (also reiner Neugier). Neben einfachen Schnitzeljagd-Hinweisen wie lomo blog oder lomography meer, sticht immer wieder ein Suchbegriff hervor: Milchbar Stralsund. Hm? Ah, stimmt, in einem meiner ersten Blogeinträge geht es um ein Lomoherz-Bild, welches auch auf den bedruckten Werkhaus-Hockern zu finden ist.
Na guut, es ist nicht wirklich mein Bild, das darauf abgedruckt ist, aber es sieht ihm ziemlich ähnlich (räusper). Und dieses Bild zeigt die Milchbar Stralsund. Der Rest des Artikels hatte dann aber eher weniger mit der nostalgischen Bar zu tun, die jahrelang in trister Einsamkeit und unter den wehmütigen Blicken von Einheimischen und Touristen verfiel. Um die Gastbesucher aus den Suchmaschinen nicht länger auf die Folter zu spannen, war es höchste Zeit, mal etwas Neues über die Milchbar zu schreiben – wie es momentan um sie steht, ob sie in ihrem alten Glanz erstrahlt oder bald der Vergessenheit angehören wird.
Anbei also ein Bericht von einer, die bei jedem Besuch in der Hansestadt erst einmal gucken musste, ob das alte quietschgelbe Gebäude am Neuen Markt noch steht.

So sah es am Stralsunder Neuen Markt vor etwa 1-2 Jahren aus:

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Die Stralsunder Milchbar, angelehnt an das amerikanische Konzept zur Zeit der Prohibition, nach jahrelangem Leerstehen und dem Verfall nahe. Beliebter Treffpunkt seit 1956, nach der Wende geschlossen, wie so viele Traditions-Läden in den neudeutschen Städten, davor Schnapsbrennerei und Café. 

Im Internet und den Zeitungen kursierten immer wieder die wildesten Geschichten und Pläne über einen möglichen Teil-Abriss, Sanierungsarbeiten und Umfunktionierung zum Bürogebäude bis hin zum Herzenswunsch der meisten Stralsunder – die Wiedereröffnung der alten Milchbar.
Und dann war es endlich offiziell: Das denkmalgeschützte Haus am Neuen Markt 13 soll bis Anfang 2013 in ein Wohnhaus mit Gewerbeflächen umgebaut werden. Gewerbeflächen im Plural. Damit war die Aussicht auf ein Milchbar-Revival erst einmal dahin. Bis das Restaurant im Juni dieses Jahres von einem Ehepaar unter dem alten Namen wiedereröffnet wurde.

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Jetzt haben die Stralsunder ihre alte Lady wieder.

Im Sommer, ungefähr 2 Wochen nach der Eröffnung, schauten meine Mama, die den Laden noch von früher kennt, und ich mal hinein und schlemmten uns durch sämtliche Eissorten. Lecker!

Ob die Milchbar ihren Kultstatus von früher wiedererlangen kann, wird sich noch zeigen, denn an das ursprüngliche Konzept erinnert heute nur noch der geschwungene Schriftzug, die Jukebox und die schwarz-weiß Fotografien an den Wänden. Das neue Konzept steht nicht mehr unter dem amerikanischen Einfluss der 50er und 60er Jahre, sondern vielmehr unter dem Stern einer italienischen Snackbar, wie sie nunmehr in jeder Stadt zu finden ist. Auf der Uniform der Kellnerinnen steht „Milchbar & mehr“ und dieses „mehr“ steht für die zusätzliche Speisekarte, die brav neben der Eiskarte liegt. „Pasta und Pizza“ zählen nun ebenfalls zu den Spezialitäten des Hauses – mit einem vielfältigen Angebot, angefangen bei der breitgefächerten Auswahl an Bruschetta, die einem schon auf der zweiten Seite das Wasser im Mund zusammenlaufen lassen.

Aber mit dem Mut, ein altes Stadtjuwel in neuem Glanz erstrahlen zu lassen, kommen auch die Zweifel und die hohen Erwartungen. Viele, die die Milchbar von früher kennen, vermissen die Liebe zum Detail und das unkonventionelle Lebensgefühl, das dieser Ort zu seinen Hoch-Zeiten ausstrahlte. Momentan profitiert das Lokal von seinem neuen Antlitz und von der Erinnerung an Schmalz-Tollen und Petticoats, vom Retro-Charme einer längst vergangenen (besseren?) Zeit, wie sie vielleicht noch in den Köpfen einer ganzen Generation gespeichert ist. Meiner Meinung nach wird dies als Alleinstellungsmerkmal auf lange Sicht jedoch nicht genügen. Um sich gegen die Konkurrenz in der Stadt, und vor allem am Neuen Markt, durchzusetzen – der nächste Italiener ist tatsächlich nur 2 Häuser entfernt – fehlt es dem Snack-Café/Restaurant noch an Einzigartigkeit, an unkommerzieller Leichtigkeit und Ideenreichtum, auch mit Hinsicht auf Geschmack und Auswahl der Eissorten, die gut, aber nicht außergewöhnlich gut sind. Auch das Personal hätte etwas charmant-freundlicher daherkommen können, obwohl man sich so kurz nach der Eröffnung vielleicht auch ersteinmal zusammenraufen muss…

Natürlich kann man nicht einfach dort anknüpfen, wo die alte Milchbar aufgehört hat, ohne den Blick in Richtung Zukunft und Tendenz zu wenden. Aber wenn ich mir etwas wünschen könnte, dann wäre es ein bisschen mehr Liebenswürdigkeit, ein ausgefalleneres Angebot, das anderen Eisdielen die Show stiehlt, und Mitarbeiter, die sich nicht anmerken lassen, dass sie überfordert sind, sobald alle Außenplätze belegt sind. Ein Schritt in diese Richtung ist die Einführung der ‚Retro-Karte‘, die zum Zeitpunkt unseres Besuches noch in Vorbereitung war, inzwischen aber bestimmt auf den zahlreichen Tischen ausliegt. Auf diesen Karten werden wieder die alten Klassiker, wie z.B. der Taucher und mehr zu finden sein. Und vielleicht fühlt man sich dann, mit dem geringelten Strohhalm in der aufgeschäumten Erdbeermilch, in eine Zeit versetzt, die der neuen Milchbar alte Werte verspricht und sie zu dem macht, was sie einst war: ein unverwechselbarer Ort, den jeder kennt und der noch lange in Erinnerung bleiben wird.

Der Nostalgie zuliebe und weil es einfach ein Erlebnis für sich ist, sollte man die Milchbar mindestens einmal besucht haben, wenn man in der Nähe ist. Und dann bestellt doch bitte einen Taucher für mich mit! 🙂

Die Hansestadt Stralsund ist übrigens unbedingt einen Abstecher wert, in den letzten Jahren hat sich dort viel getan. Die meisten der 700 denkmalgeschützten Gebäude wurden inzwischen auf Hochglanz poliert und der mittelalterliche Stadtkern, der sich mit Wismar einen Weltkulturerbe-Titel teilt, hat ein ganz eigenes Flair. Als Deern von der Waterkant liebe ich natürlich alle Hansestädte, aber Stralsunds Innenstadt und Architektur, in Backsteingotik und bunten Farben gehalten, haben ein Extra-Plätzchen im Lomoherz. Außerdem gibt es dort echte Meeresschildkröten.

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Eine schöne neue Woche für euch und bis demnächst,

Conny Hansen

Lomo Challenge: Perspektive & Markttag

Ich hab ja meinen Markt und meinen Fluss, singt Herr Poisel. An dieses Lied musste ich denken, als Fee zur Lomo-Fotochallenge einlud und die Schilder zu den ersten Themen hochielt: Perspektive und Markt. Ungefähr einen Monat (gefühlte 4 Tage) gab sie den Lomo-Anhängern Zeit, um diese Wörter auf Papier zu bannen, entwickeln zu lassen und zum richtigen Zeitpunkt hochzuladen.

Heute startet Teil 1 des Staffelaufs, bei dem wir uns alle ein paar ausgewählte Lomographien in die Hand geben. Einzige Bedingung war, dass man tatsächlich losstiefelt und diesen Themen mit der analogen Kamera auflauert. Das habe ich auch getan, ehrlich. Zumindest bei einigen Bildern. Aber dann erinnerte ich mich noch an die vielen anderen Bilder in meinen Ordnern, die dieses Kriterium erfüllen und schon seit Monaten darauf warten, auch mal herumgereicht zu werden, wie dieses oder jenes Bild. Aber da sie hier wahrscheinlich nie auftauchen werden, taten sie mir auf einmal leid und hier sind sie nun, vermischt mit brandaktuellen Lomos.

Ich werde mein Bestes geben, Film und Kamera zum jeweiligen Bild zu nennen, sofern es denn die Erinnerung zulässt… Wenn ihr mit der Maus über die Bilder fahrt, müssten sie erscheinen.
Ich freue mich schon auf die Beiträge anderer Lomoherzen und darauf, ein paar neue Lomo-Blogs und Blogger kennenzulernen – Lomo on!

Perspektive.Lubitel Lomo CN 400

Hatte ich schon erwähnt, dass ich beim Lubitel-Supersale letztens zugeschlagen habe? Habe ich. Und dieses Bild kommt direkt von der ersten Rolle.
Ich bin richtig verliebt in diese Kamera. In ihre Schärfe und ihren Charme, hach. Vor lauter Aufregung ist sie mir gleich beim zweiten Film heruntergefallen, aber keine Angst, ihr ist zum Glück nichts passiert (ich wäre sonst in Tränen ausgebrochen).
Dafür macht es unheimlich viel Spaß, von oben in die Kamera zu schauen, das Motiv auf der Mattscheibe scharfzustellen und mit einem nostalgischen Klick abzufeuern. Weitere Lubitel-Bilder folgen in den nächsten Challenges (es werden insgesamt 2 x 4, also je zwei Challenges in einem Blog-Beitrag zusammengefasst).

Und hier kommen schon die nächsten Bilder, die mit besonderer Perspektive ein wenig Eindruck schinden möchten. Ähem.
Die fischdosige La Sardina kann man schon mal in den Sand legen, da fühlt sie sich fast wie zu Hause. Und seht ihr die Möwe rechts im Bild? Ist direkt auf den Leckerbissen aufmerksam geworden! Ins Meer geht man dann aber doch lieber mit der Krabbe (dem roten Unterwassergehäuse für die LC-A).
Ein richtiges Spiel mit der Perpektive bringt die klassische Zweifachbelichtung. Alles steht Kopf? Bordstein über statt unter dem Baum? Alles möglich mit der Doppelbelichtung, die die physikalischen Gesetze mit 2 Klicks aufhebt. Unten links: Die Stadt in der Stadt – Blick von Stralsund auf Stralsund. Und zum Schluss noch mal ein Lied: Upon the fields of baarleeeey.

Markt.

Eigentlich wollte ich euch mit auf den Trödelmarkt nehmen, aber leider wurden die Bilder nicht rechtzeitig fertig.
Dafür gibt es herbstlich bunte Tische mit Leckereien aus lokalem Anbau (die nicht so richtig scharf werden wollten) und ein kleiner Ausschnitt aus einem Antik-Markt.

Habt ihr auch ein paar Bilder zu diesen Themen? Vielleicht sogar in analog? 🙂

…und damit verabschiede ich mich zur Buchmesse, adios!