LomoRoadtrip Tag 6 – In 7 Tagen durch Südtirol

Freitag, 10.05.2013 – Der Apfel im Papier

Heute nur eine kleine Runde und alles auf Anfang:

Aber trotzdem mit im Ohr: Vino Rosso mit Huamkemmen (-klick-), ein bisschen da Raggae Style passt heute gut hierher.

Der Apfel im Papier

Zu meinen liebsten Kindheitserinnerungen zählt das Bild meiner Großmutter, wie sie am knarrenden Küchentisch der 60er Jahre sitzt und einen riesigen Boskop Apfel schält, ohne das Obstmesser auch nur einmal zwischendurch abzusetzen. Manchmal aßen wir die lange „Appelpelle“ trotzdem, manchmal flog sie zusammen mit den Kartoffelschalen auf den Kompost. Und Frumat macht daraus „CartaMela“ – Apfelpapier.
Am Sonnabend treffe ich mich mit Hannes Parth, Geschäftsführer des Südtiroler Unternehmens Frumat (und Träger jener hipster Brille aus Holzstilecht). Wir haben uns in der B Bar des Hotel Sheraton im Gewerbegebiet Bozens verabredet und hätten uns beinahe verpasst, weil wir kein Erkennungszeichen ausgemacht haben. Aber zum Glück erkennen wir uns doch noch.
Als Überraschung hat er mir zwei sehr schöne Muster-Notizbücher aus Frumats neuer Reihe MelaScrivo® mitgebracht, die zu dem Zeitpunkt noch nicht erschienen waren. Er hätte auch Toilettenpapier aus Apfel mitbringen könne, aber das wäre vielleicht etwas forsch gewesen.

Aber der Reihe nach:
Bei der Herstellung von Apfelsaft u.ä. bleibt ein immenser Anteil an wertlosem Biomüll zurück, der nicht als Düngemittel oder Tierfutter verwendet werden darf. Aber wo Müll entsteht, ist Recycling zum Glück nicht weit. Der hohe Zellulosegehalt in den Apfelrückständen macht es möglich und so können alle Arten von Apfelresten verwendet werden, um hochwertiges Apfelpapier zu produzieren.

Die Reste aus der Weiterverarbeitung von Äpfeln hätte er nicht mehr riechen können, meint Hannes Parth scherzhaft, „dagegen musste etwas getan werden“. Tatsächlich sind die Rückstände, die bei der Herstellung von Apfelsaft und anderen Produkten entstehen recht… geruchsintensiv.
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