Wenn es am schönsten ist…

…soll man ja bekanntlich aufhören. Und das mache ich jetzt. Aus, finito, au revoir:
Dies ist mein letzter Post.

Adjüs

Zumindest auf dieser Seite! 😀
Lomoherz zieht um, packt seine sieben Fotosachen und heißt euch demnächst auf lomoherz.de herzlich willkommen! Ab August werdet ihr (hoffentlich) automatisch weitergeleitet, wenn ihr diese Seite aufruft (merkt euch sicherheitshalber die neue Adresse;). Ich gebe mein Bestes, dass alle Seiten und Links funktionieren und dass meine treuen Follower auch weiterhin Post bekommen, wenn es etwas Neues zu berichten gibt.

Und wieso gerade jetzt?
Vielleicht habt ihr euch schon gewundert – in letzter Zeit war es ein bisschen still hier im Blog. Aber ratet mal, wo ich war! Genau – in den Untiefen meines alten und neuen Backends. Ich habe ganz viel im Hintergrund gearbeitet, und …nagut, ich gebe zu, dass ich viel zu viel Zeit damit verbracht habe, mich durch unzählige und schöne! Themes/Layouts zu klicken, bevor ich mich für eins entscheiden konnte. Berechnet dazu ein paar technische Schwierigkeiten und Herausforderungen und – schwups – war schon die erste Hälfte des Jahres um. Ein paar Sachen müssen zwar noch ausgebessert und verschönert werden, aber ich wollte nicht noch ein halbes Jahr verstreichen lassen oder meine Blog-Beiträge länger aufschieben. Deswegen habe ich mich entschlossen, diesen Sommer live zu gehen und die „Luxus-Arbeiten“ nebenbei zu verrichten.
Ich hoffe (sehr sehr sehr!) ihr kommt alle mit und besucht mich bald in meiner neuen (Blog)Heimat! 🙂Wege

Ihr müsst euch das so vorstellen: Vor dem eigentlichen Umzug bekommt man netterweise genügend Zeit zum Wände anmalen, Teppich aussuchen und Umzugskartons packen. Und eigentlich ist auch schon alles fertig – es fehlen nur noch die Übergardinen, ein paar Kochtöppe und eine neue Klobrille – aber trotzdem schläft man noch in der alten Bude. Das wird sich jetzt ändern, denn zum Monatsende kündige ich meinen wordpress.com Mietvertrag (natürlich nur im übertragenen Sinne); die Vorhänge werden dann eben später ausgesucht – passend zum neuen Lomo-Gefühl.

Wenn es am schönsten ist… ?
Stimmt! Nicht, dass diese erste Jahreshälfte nicht schon aus lauter Höhepunkten bestanden hätte, aber im Juni gab es einen Bericht über meinen Blog und mich in der Schleswig-Holsteinischen Landeszeitung! Da war ich ein bisschen stolz wie bolle. Das ist der Höhe- und Zeitpunkt, auf den ich gewartet hatte, um die neuen Segel zu hissen. Den Artikel kann man sich übrigens hier durchlesen.

Foto

Ich bin sehr gespannt und sehr aufgeregt, was das Leben in den eigenen 4 Website-Wänden bereithält und ob ihr ab und an mal bei mir klingeln kommt – meine Tür steht jederzeit für euch offen (und Zucker hab ich meistens auch da)!
Auf lomoherz.de wird natürlich weiterhin gebloggt und geschnackt, aber es sollen auch ein paar feste Seiten mit Kamera-Präsentationen sowie Tipps & Tricks und neue Projekte hinzukommen – lasst euch überraschen!

Adjüs Hotel WordPress.com – Hallo WordPress.org WG!


Nachtrag: Ein paar Tage nachdem ich diesen Beitrag als Entwurf gespeichert hatte, drehte sich der Wind erneut: Ich habe einen neuen Job – und zwar  im Tourismusmarketing meiner Heimatstadt! Demnächst steht also nicht nur ein virtueller Umzug an….


Dear international readers,

my blog is moving places! Come August, you will (hopefully) be redirected to lomoherz.de – my brand new and very own lomo website. Atm, there is still some minor construction work going on, but feel free to check it out already! Blogging about everything lomo related will still be at the centre of the new website, but I also want to create a section dedicated to lomo cameras as well as tipps & tricks and new projects – stay tuned! And with regards to you, my lovely English readers, I will finally be able to set up my blog bilingually, so you don’t have to look/scroll down for the English part in my posts anymore (I just hope I can work out the technical aspects;).

Looking forward to seeing you on the other site – stop by and see me if you’re up to some lomo fun or in need of a short break from digital photography! 🙂

Pflaumenmus-Himmel

Jetzt, da der LomoChrome Purple seit fast einem Jahr auf dem Markt ist, habe ich es auch endlich geschafft, einen ganzen Film damit zu belichten! Und die Ergebnisse gingen direkt in einen Freudentanz über:
Ich bin jetzt Li-La-Lomoherz.

LomoChrome Purple (c) Lomoherz (3)

Wie aufgeregt ich war, als ich vor einem Jahr vom neuen Purple Chrome las und wie schade ich es fand, als ich hörte, dass er erst im Sommer herauskommt – genau 2 Monate zu spät für mein Südtirol-Projekt. Und so fuhr ich ohne lila Reisegepäck in die Berge. Gelohnt hat es sich trotzdem (das ganze Projekt: hier), und rückblickend wäre es vielleicht auch ein wenig zu viel des Guten gewesen.
Umso mehr freute ich mich, als ich zum Geburtstag eine dieser begehrten Rollen von der Trashpilotin geschenkt bekam. Ich verwahrte ihn sicher im Kühlschrank und schwor mir, ihn nur zu einem GANZ besonderen Anlass herauszuholen (damals stand noch nicht fest, ob der Purple Chrome in „Massenproduktion“ geht). Das führte dazu, dass dieser Film sage und schreibe 8 Monate in meinem Kühlschrank herumlungerte. Es ist nicht so, als wäre ich nicht das ein oder andere mal versucht gewesen  – dieses und jenes Ereignis wäre doch schon sehr besonders! Und würde er sich nicht prächtig im bunten Herbstwald machen?
Aber ich blieb hart, denn dieser Film verdiente nur das Beste. Und so sah der kleine Purple-Film Butter, Käse und die ein oder andere Flasche Bier in meinem Kühlschrank kommen und gehen…
Aber schließlich war es soweit. Der besondere Moment war da, und welches Event würde sich besser dafür eignen als die erneute Einladung nach Südtirol? Das war doch ein Zeichen!
Der eigentliche Star meiner zweiten Südtirol-Reise war also mein kleiner LomoChrome Purple, denn obwohl man natürlich schon etliche tolle Aufnahmen von den Leuten aus der Community gesehen hat, ist es doch etwas Besonderes, die ersten eigenen Aufnahmen in der Hand zu halten.
Auf manche Dinge lohnt es sich einfach zu warten.
LomoChrome Purple (c) Lomoherz (12)
Das sind in Wirklichkeit keine Blutorangen, sondern … Limetten! … oder Orangen? 😉

Das April-Licht war in Südtirol bereits viel heller, die Sonne stand gefühlt ein Stückchen höher und ich belichtete den Film mit ISO 200. Hier zum Beispiel am Jaufenpass:
LomoChrome Purple (c) Lomoherz (8)LomoChrome Purple (c) Lomoherz (6)LomoChrome Purple (c) Lomoherz (9)LomoChrome Purple (c) Lomoherz (7)

Die nächsten drei Bilder entstanden alle im superschönen Ottmanngut in Meran, in dem ich letztes Jahr eine Nacht verbringen durfte. Das allerzweite Bild oben stammt auch daher und zeigt einen Teil Orangerie und Wintergarten.

LomoChrome Purple (c) Lomoherz (10)LomoChrome Purple (c) Lomoherz (11)LomoChrome Purple (c) Lomoherz (14)

Schön dich wiederzusehen, Meran!LomoChrome Purple (c) Lomoherz (18)LomoChrome Purple (c) Lomoherz (17)

Auch der Kalterer See musste wieder herhalten. Aber dieses Mal waren wir schönerweise die einzigen am und auf dem Wasser:

LomoChrome Purple (c) Lomoherz (15)LomoChrome Purple (c) Lomoherz (16)

Bei Doppelbelichtungen schraubte ich das ISO-Rädchen eine Stufe höher, auf 400, aber vom Hocker reißen mich die Aufnahmen nicht gerade. Da hätte ich lieber mit Doppelbelichtungen aus fern und nah spielen sollen…
LomoChrome Purple (c) Lomoherz (24)

Für Innenaufnahmen hätte ich dagegen ruhig ein oder zwei ISO-Stufen runtergehen können, um mehr Licht hereinzulassen, dann hätte die Ottmannguter Suite wahrscheinlich nicht so arg lila ausgesehen…
LomoChrome Purple (c) Lomoherz (25)

Obwohl sich der LomoChrome ja nun nach monatelanger Kühlschrankluft endlich in der freien Wildbahn austoben konnte, fasste ich ihn weiterhin wie einen Windbeutel an und brach sogar eine lomographische Grundregel: Don’t think, just shoot. Pustekuchen. Ich überlegte dreimal so häufig und nahm von einigen Motiven sogar wieder Abstand, obwohl ich schon angesetzt hatte. Und so kam es, dass ich nach meiner Rückkehr immer noch Platz auf dem Film hatte – unvorstellbar!
Eine kleine Herde Schafe mit süßen Lämmern half mir zum Glück aus:
LomoChrome Purple (c) Lomoherz (19)LomoChrome Purple (c) Lomoherz (20)

Auch lustig: Gelbe Rapsfelder werden komplett lilanisiert!LomoChrome Purple (c) Lomoherz (21)
LomoChrome Purple (c) Lomoherz (22)

Als die Bilder schließlich aus dem Labor zurückkamen war ich völlig aus dem Häuschen – meine ersten LomoChrome Purple Bilder – und ich konnte auf einmal den Enthusiasmus und die Sehnsucht aller Aerochrome Liebhaber sehr gut nachvollziehen. Dieser Effekt ist wirklich einmalig und beeindruckt sogar digitale Nasen.
Wie schön, dass es ihn jetzt regulär im LomoShop zu kaufen gibt. Da werde ich wohl auf jeden Fall nochmal zuschlagen müssen. Bleibt nur die Frage – nochmal 35er oder lieber gleich das 120er Format für Fräulein Lubi und Diana?!

Alle Bilder wurden mit einer LC-A und einem LomoChrome Purple XR 100-400 aufgenommen.
Für alle Lomo-Neulinge: die Farbverschiebungen entstehen durch eine spezielle Infrarot-Emulsion, in die der Film getüncht ist. Alle Aufnahmen sind original in meiner Kamera entstanden (ohne Filter) und unterlagen keinerlei digitalen Nachbearbeitung 😉

Fürs neue Jahr nehme ich mir einfach mal nichts vor…oder?

Frohes neues Jahr – Happy New Year!!

Na, geht’s denn wieder? 🙂 Habt ihr den Silvester-Taumel gut überstanden, euch nicht die Finger verbrannt? (ich schon – ausgerechnet am Bleigieß-Löffel!)

Ich finde, 2013 ist wirklich schnell vorüber gezogen, vor allem die letzten Stunden. Daher habe ich es auch direkt verpasst, die Neujahrsvorsätze mit dem Gläschen Sekt um Mitternacht zu besiegeln. Damit sind sie wohl hin 😉

Aber euch geht es bestimmt ähnlich, oder? Jedes Jahr nimmt man sich die selben Dinge vor – mehr Bewegung, gesünder Essen, weniger Getränke mit Schuss, reisen, mehr Zeit mit der Familie verbringen…
Und am Ende des Jahres steht man dann da, 5 Kilo beleibter (jetzt hätte ich beinahe beliebter geschrieben!), mit 2 Postkarten in der Hand und sich nicht mehr daran erinnern könnend, wann man das letzte Mal zu Hause gewesen ist.
Potzblitz – neue Ziele müssen her! Echte Ziele zum Anfassen, über die man am Ende des Jahres dann vielleicht auch mal zufrieden zurückschauen und tatsächlich abhaken kann. Und das gibt dann gleich einen Motivationsschub fürs nächste Jahr. Wunderbar.
Statt neuer Vorsätze stelle ich mir daher jetzt eine Bucket List für 2014 zusammen.
Eine Bucket List (gibt es dafür auch ein deutsches Wort? Löffel-Liste?) ist normalerweise eine Liste mit Dingen, die man getan haben will, bevor man von dieser Welt scheidet, also bevor man den Löffel abgibt bzw. – in der englischen Mundart – den Eimer tritt (kick the bucket).
Aber man muss es ja nicht gleich übertreiben 😉

Und hier ist sie – Lomoherz‘ Bucket List für 2014

  • Ukulele spielen lernen
  • Film-Swaps mit Lomo-Freunden
  • neue Städte sehen
  • den Südtirol Medien Preis gewinnen (hihihi, man wird ja noch träumen dürfen 😉 – am Sonntag geht es übrigens los!)
  • endlich mit der Website anfangen, die ich meinem Bruder für die vielen Umzüge versprochen habe
  • ein Lomo-Projekt starten
  • die Weltherrschaft
  • eine echte Reise machen (dieses Jahr aber wirklich)
  • einen Wochenrückbilck anfangen, aber nicht für mich und auch nicht pro Woche (..ähem..), sondern einmal im Monat, mit Bildern und kleinen Texten die ich dann an mein Überseemädchen schicke
  • den Segelschein machen (ich gebe zu, das ist ein bisschen abhängig von Punkt 4…)
  • echte Post verschicken (Danke, Axel, für diesen Moment am Briefkasten)
  • einen Fotokurs belegen
  • schöne Blogs entdecken
  • richtig Bogenschießen lernen (das wollte ich schon immer, noch bevor Katniss ihre Finger anlegte!!;)

Heute in einem Jahr schaue ich dann einfach, was gestrichen werden kann und wo aus der 4 eine 5 gemacht wird. Ohne Stress, ohne Druck. Normalerweise bin ich ja kein Fan von To-do Listen, aber die hier ist schon ok (und bevor man wieder die Hälfte vergisst..) – ist schließlich nur eine Löffel-Liste 🙂

Habt ihr auch Löffel-Listen? Oder bleibt es bei den geliebt-gefürchteten Vorsätzen? Oder alles Müll? 🙂

Aber ganz unabhängig davon – ich freu mich auf das neue Jahr mit euch!

Ein Lomo♥l für 2014

Buchmesse Teil 2: Das Büchermädchen

Komm Kind, in Frankfurt nimmscht erscht mal Ebbelwoi und grie Soß! Öhm, ok?
Und da saßen wir auch schon in der Straßenbahn Richtung Sachsenhausen. Die Frankfurter Kollegen hatten ein paar Plätze im Apfelwein Wagner reserviert. Mehr Frankfurt ginge nicht, meinten sie.
Bei unserem Versuch, ohne eine richtige Adresse das Lokal zu finden, stießen wir auf ein paar Engländer, die anscheinend das gleiche Ziel hatten und uns quasi an die Hand nahmen. Nur schade, dass sie danach gleich wieder gehen mussten, da das Lokal bis auf den Kinderstuhl ausgebucht war und sie keine Reservierung hatten. Die Freunde waren schon da, und ein riesiger Krug Apfelwein ebenfalls. An diesem Abend kamen noch ein paar mehr Krüge hinzu, die alle verdächtig nach dem alten Steingut meiner Oma aussahen. Stilecht, diese Apfelweinwirtschaft. Und dann kam der Moment in dem wir uns zwischen Frankfurter Würstchen und Grüne Soße entscheiden mussten.

Buchmesse Teil 2 (c) Lomoherz (5)

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Und weil Mittelteile meist keinen richtigen Anfang und kein richtiges Ende haben, gibt es heute ohne große Worte ein paar Impressionen zum Blättern, ich meine Scrollen. 🙂

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Na, hat jemand die bunt gestreifte Deko erkannt? 🙂Buchmesse Teil 2 (c) Lomoherz (13)

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Mit dem Bus von Halle zu Halle – da lachen die Füße:
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Der Kein & Aber Stand wurde nach der Buchmesse versteigert – Ade, schönes Wohnzimmer!Buchmesse Teil 2 (c) Lomoherz (32)

Buchmesse Teil 2 (c) Lomoherz (34)

Teil 1 gibt es hier noch einmal zum Nachlesen!

Bis zum nächsten Mal, dem buchstäblichen Ende der Buchmesse 2013 –

Conny

Alle Bilder (bis auf die Grüne Soße) wurden mit der LC-A und einem Lomography CN 400 aufgenommen.

Buchmesse Teil 1: In meinem Bücherhimmel

Die Buchmesse in Frankfurt ist zwar schon wieder ein bisschen her, aber ich habe sie noch in guter Erinnerung. So gut, dass ich mich an viele Bilder, die ich vorletzte Woche bei meinem Labor des Vertrauens abgeholt habe, schon gar nicht mehr erinnern kann (kleiner Scherz;).

Aber habt trotzdem Nachsicht mit mir, denn zur Buchmesse hatte ich nicht nur das Lomoherz eingepackt, sondern auch Stift und iPad, um Neugierigen und Kunden unseres Verlags Frage und Antwort zu stehen. Ja, ich hatte sogar ein paar Businessmeetings! 😉
Die 3 Tage vergingen wieder wie im Flug und nach der mittleren (schweren) Lomo-Katastrophe vom letzten Jahr habe ich dieses Mal jede Pause genutzt, um gewissenhaft durch die endlosen Gänge der über 7000 Aussteller zu brausen und ein bisschen Buchfieber einzufangen.

Die Reise zum Mond

Da waren wir wieder. Messeturm, Rolltreppe, erster Stock. Vorbei an den langen Schlangen, die bitte pünktlich um 9 hineingelassen werden möchten; kein Goodie-Bag, Freiexemplar oder billiger Kuli ist vor ihnen sicher, die leeren Koffer und Einkaufstaschen mit fahrbaren Untersätzen sind schon in Alarmbereitschaft gebracht – schnapp schnapp, auf und zu. Aber ich will hier wirklich nichts verallgemeinern 😉 Ich ging also ganz lässig an den Massen vorbei, erwartete fast, dass mich jemand der Vordrängelei bezichtigt und zückte meinen Ausweis (ich gebe zu, ich genoss diesen Moment ein klein wenig…und hoffte, dass nicht wieder irgend etwas lospiept und ich mich hinten anstellen musste). Ich passierte, drehte mich um und machte ein Foto von der wartenden Menge mit ihren erwartungsvollen Gesichtern. Wie immer wird dieses Foto viel zu verschwommen, weil es noch viel zu dunkel im Vorraum ist.

Besser vorbereitet hatte ich mich dieses Jahr trotzdem. Statt mit einem ISO 200 (duh!) lief ich dieses Mal mit 3 lichtempfindlicheren Iso 400 Filmen ausgestattet kreuz und quer über das wahrscheinlich 10 Hektar große Gelände. Die LC-A mit eingebautem Lichtmesser, die letztes Jahr wegen Krankheit leider ausfiel, war mein weapon of choice die Kamera meiner Wahl.

Und dann -oh yeah- rauf auf die Schnellschiene! Ich liebe sie! Mit diesen 7-Meilen Stiefeln erreichten wir im Nu Halle 3, die Metropole, das New York unter den Hallen! Hier versammeln sich alle größeren Belletristik-Verlage wie Fischer, Ullstein, dtv und die gefühlten 482 Verlage von Random House/Bertelsmann. Willkommen im Bücherhimmel.

„Ich geh jetzt mal Wein probieren!“ (auf der Buchmesse)

Von den „Großen“ sah ich dieses Jahr nicht ganz so viel, denn wir nahmen noch einmal die Rolltreppe nach oben. Überhaupt war das mit dem Buchfieber so eine Sache, denn um zu unserem Stand zu gelangen mussten wir uns erst einmal an zahlreichen Wein- und Verkostungsständen vorbeischlängeln. Haben die hier einen Teil der Buchmesse abgezwackt? War ich womöglich im falschen Gebäude, in der falschen Woche, war ich überhaupt in Frankfurt? In Hamburg wären meine Kollegin und ich schon einmal fast in den falschen Zug eingestiegen, ganz so abwegig wäre es also gar nicht gewesen. Tatsächlich fungierte unser Stand als „Tor“ zur Gourmetgallery. Wenn man genau hinsah, entdeckte man sogar das ein oder andere Kochbuch auf dem Weg zu fettig glänzenden Würstchen und Vino Frizzante aus echten Kristallgläsern, die einmal zur vollen Stunde poliert wurden. Der letzte Satz entspricht vielleicht mehr meiner Fantasie als den Tatsachen, aber nur 2 Stände weiter befand sich ungelogen ein Stand voller italienischer Köstlichkeiten:

Viel konnte ich nicht sehen, da die sympathischen Italiener ständig von einer Mauer schmatzender Besucher umgeben waren, aber es gab mindestens 5 verschiedene Pesto-Sorten un unglaublich leckeren uralten Käse … hm, „uralt“ ist mit Bezug auf Lebensmittel vielleicht nicht das richtige Wort, aber ihr wisst schon – diese in Würde gereiften – lange gereiften – Käsesorten mit Salzkristallen.
Wenn ihr auch gerade Hunger bekommen habt, dann schaut mal auf Fattoria La Vialla, dort gibt es allerlei traditionelle Leckereien auf einen Blick. Mein Tipp: Wenn ihr vom Angebot erstmal zu überwältigt seid, lohnt es sich auf jeden Fall, den Print-Katalog zu bestellen. Verpackung und Liebenswürdigkeit werden euch schon aus dem Briefkasten entgegenfallen.

Damit war es aber noch nicht getan. Jeden Morgen, eine halbe Stunde bevor die Messe gestürmt wurde, holten sich eine ganze Reihe (auserwählter?) Standdienstleistender ihr Frühstück direkt von der Kochinsel ab, auf der schon Tim Mälzer seine Künste mit lispelnder Zunge zum Besten gab. Es roch verdächtig nach frischem Rührei mit gehacktem Zwiebellauch und Tomaten. Gut, dass wir in unserer Privatunterkunft ausgiebig gefrühstückt hatten, sonst hätte ich mich wohl oder übel irgendwie dazwischen schmuggeln müssen.

An einem anderen Tag – meine Kollegin und ich befanden uns gerade in einem Kundengespräch – durchdrang plötzlich ein gewaltiger Ton –eine Stimme?- die oberste Etage der Halle 3. Wo kam das her, wer war das? Gelockt von den vollmundigen Klängen pilgerten sämtliche Besucher in die Richtung aus der die Stimme kam. Und tatsächlich – die Gourmetgallery hatte sich in eine Jazzbar verwandelt! In der Mitte der Kochinsel stand eine junge Frau, vielleicht Anfang 30 (im Internet steht Anfang 40), schwang den Kochlöffel, kreiste ein paar Mal mit den Hüften und zog das wachsende Publikum mit einer Stimme in ihren Bann, die an Zigarrenrauch und goldene Diva-Zeiten erinnerte. Ich war so gefesselt, dass ich beinahe vergaß, ein Bild von der Szenerie zu machen. Kein schönes Bild, aber gerade noch rechtzeitig, denn anscheinend war sie tatsächlich hier, um etwas zu kochen. Und dann entdeckte ich auch die Plakate: Murielle Stadelmann – die singende Köchin. Ah ja.
Ich hatte noch kurz Zeit für ihre Begrüßung (sie hatte ihren Auftritt tatsächlich mit dem Lied begonnen, herrlich!). Danach stellte sie dem Publikum ihre ‚Küchenhilfe‘ vor und es war perfekt, denn dieser nette Herr war kein geringerer als ihr französischer Papa Pierre.

Ihr Gesang blieb das „icing on the cake“ und drang noch ein paar mal an meine Ohren, obwohl ich schon längst wieder in Kundengespräche vertieft war. Diese Frau ist der Knaller.

Weitere erste Eindrücke:

Rückzug

Der erste Tag auf der Messe ging schnell vorbei und ich war heilfroh, dass sich unsere Unterkunft buchstäblich nur 2 Straßen weiter befand – ein Luxus zur Zeit der Buchmesse, in der sich die Preise für Hotelzimmer gerne mal verdreifachen und sämtliche Familien freiwillig in den Keller ziehen, um einmal im Jahr das Geschäft ihres Lebens zu machen. Danke an dieser Stelle noch einmal an Tatjana (die nicht im Keller wohnte) – es war richtig schön bei dir! (und auch für das Hape Kerkeling Buch, du bekommst es bald wieder;)

Der Abend hörte hier natürlich nicht auf, denn wenn man schon mal in Frankfurt ist…

Mehr dazu im zweiten Teil!

Lomo Challenge IV: Porträts & Herbst

Sind schon wieder 2 Wochen um? Na nee, das glaub ich jetzt nicht. Wer hat hier an der Uhr gedreht? Freiwillige vor!
Heute nun das fulminante Finale der Lomo Challenge, inszeniert von FeeistmeinName.  Das bedeutet, dass nach „Perspektive“ und „Markttag“„Lieblingsort“ und „Lichtspiel“ sowie Spiegelung & Alltag nun die letzten beiden Themen „Portäts“ und „Herbst“ an der Reihe sind (und mal eben 6 Wochen vergangen sind). Infos zu Kamera und Film seht ihr wie immer, wenn ihr mit der Maus über die Bilder fahrt.

Porträts. Ich muss gestehen, vor dieser Challenge hatte ich ein bisschen Schiss und war ganz froh, dass ich das Thema erst am Ende der Challenge ‚dran‘ war. Natürlich dachte ich, pft,bis dahin hast du ja noch massig Zeit, superkalifragilistigexpiallegetische Porträts zu schießen. Genau. Gemacht habe ich 3 Stück (das Attribut superkalifragilistigexpiallegetisch ist hier optional). Oh, bis 4 zählen schaffe ich gerade noch, das erste Bild ist nur schon etwas älter (meine Oma darf das;).
Ich würde die Kunst der Porträtfotografie gerne einmal lernen. Mich auf den Hosenboden setzen, Tipps und Theorie studieren und sie den ganzen lieben langen Tag lang an einem (armen) Freiwilligen ausprobieren und mir Notizen machen. Ich denke mal, so 2016 wird das bestimmt etwas (wer Lust hat, Modell zu stehen, kann sich gerne bei mir melden, es gibt auch Kuchen;).
Es gibt zwar ein paar Porträt-Lomos, die ich richtig gerne mag, wie zum Beispiel das Bild von meiner Cupcake oder von dieser Meerjungfrau hier, aber Hand aufs Herz: das waren alles Glücksgriffe – Momente, in denen Licht und Pi mal Daumen es gut mit mir meinten.

Meine Oma ist das Fotomodell in unserer Familie. Ich dachte, ich hätte einfach Glück gehabt und sie hätte die Kamera vielleicht gar nicht bemerkt, aber meine Oma ist ein ausgefuchster Profi. Auch auf alten Fotos ignoriert sie gekonnt jedes Blitzlichtgewitter, hat den Blick stets abgewandt, als ob dort niemand wäre, der mit der Kamera direkt vor ihrer Nase herumfuchtelt. Dufte, diese Frau.

Bei ‚Porträts‘ spielt mir das Licht gerne mal einen Streich, aber nach monatelangem Blende-Zeit-Rätselraten habe ich mir jetzt endlich eine Lichtmesser-App heruntergeladen! Wird demnächst (Party, gruselige Lichtverhältnisse, Blitz bleibt zu Hause) auf Herz und Lomos getestet.

Herbst. Mit dem Herbst halte ich es wie marcel2cv. Er hat drüben auf der Lomo-Seite nämlich einen Artikel mit ganz wunderbaren Fotografien von St. Peter-Ording veröffentlicht. Dazu schreibt er, dass der Herbst nicht immer mit „dicken Laubhaufen“ einhergehen muss. Recht hat er. Und mit seinen Bildern fängt er tatsächlich diese lieblich-raue Jahreszeit ein, ohne dabei ein einziges buntes Blatt zu zeigen. Das hat mir sehr imponiert. In die Herbst-Klischee-Falle bin ich natürlich trotzdem getappt. Nun denn. Hier kommt ein ganzer Schwung Herbst aus dem bunten Norden!

Aber ganz ehrlich, die meiste Zeit sieht es eher so aus-

Ein Klassiker im Herbst, oder? Wann geht man eigentlich sonst Drachen steigen (wenn er denn tatsächlich mal länger als ein paar Sekunden in der Luft bleibt…immer diese Windlöcher 😉

Zwischen diesen beiden Bildern liegen nur 3 oder 7 Minuten-

Zurück zu den heimischen Blättern und Beeren-

Dazu ein Self-made Redscale-Bildchen (bald mehr in einem DIY)-

Zum Schluss noch in paar Herbst-Impressionen aus dem letzten Jahr-

Inzwischen sieht es um uns herum jedoch etwas kahler aus, ich hoffe nur nicht wieder bis…Mai?!

Und als alter Frosty-Fan muss ich an dieser Stelle natürlich eins meiner Lieblingsgedichte zitieren:

Nothing gold can stay.

(© Robert Frost)

So sieht’s aus!

 

Macht ihr auch mit bei Fee’s Lomo Challenge? Dann hinterlasst doch euren Link im Kommentar and spread the lomolove – bin gespannt!

Conny

Lomo Challenge III: Spiegelung & Alltag

Leute, ich bin völlig fertig. Aber ich will diese Lomo Challenge unbedingt durchhalten, auch wenn sich sonst nichts mehr auf diesem Blog zu bewegen scheint 😉 Ich verspreche, dieses Jahr nicht mit einem Knall zu beenden, sondern das nächste mit einem Bäng zu beginnen, ihr werdet schon sehen! (denn darum geht es hier zur Zeit nur…)
Heute nun die dritte von vier Lomo Challenges, frisch serviert von FeeistmeinName. Bergfest war gestern, heute gibt es Spiegelei und Alltagsschmaus. (Die Bilder selbst haben dann aber nichts mit Essen zu tun;)
Wenn ihr mitmachen wollt – ihr habt noch ’ne Chance! In 14 Tagen ist Finale und bis dato gab es schon etliche Leckereien Werke zu den Themen „Perspektive“ und „Markttag“ sowie „Lieblingsort“ und „Lichtspiel“.
Vielen Dank auch für eure vielen Kommentare und Komplimente letztens. Ich bin so rot geworden, wie mein Redscale-Film hier 😉 Zu meinen Favoriten aus der letzten Challenge gehören die Schwarz-Weiß-Fotografien von Hier so…, die gerne mit Worten jongliert und der Lichttanz auf Geschwister Gezwitscher, echt schön, schaut mal vorbei!

Zu den Themen heute nur ein paar Schnappschüsse (außer beim 2. Bild, da habe ich mir Mühe gegeben…)

Alltag.

Ich mach‘ was mit Büchern… Ein geflügelter Satz hier in der Branche, aber so ist es! Und Sandra Bullock ist nicht ganz unschuldig daran (wer den Zusammenhang sieht, kriegt ’nen Lutscher!).
Im echten Leben arbeite ich in einem kleinen Verlag hier im Norden. Und unter uns, ich gehöre zu der Randgruppe von Leuten, die sich nach 17 Uhr die Buchstaben von der Hose streifen und sich Literaturverfilmungen im Kino anschauen.
Der ein oder andere hat es vielleicht schon mitbekommen…im Blog gibt es immer mal wieder Buchvorstellungen von neuen Filmen. Zuuufällig ging es darum auch in meiner Abschlussarbeit, die in ein paar Wochen als kleines Büchlein erscheinen wird, chihi. (Natürlich nicht in unserem Verlag, das wäre ja zu einfach 😉
Das Bild enstand übrigens auf der diesjährigen Frankfurter Buchmesse, Halle 8.

Wisst ihr noch? Damals, als die Sonne schien, als man mit Vogelgezwitscher aufwachte, noch bevor der Wecker klingelte und man jodelnd die Berge hinuntersauste. Gelegentlich peitschte einem ein Brombeerstrauch ins Gesicht, weil man sich nochmal und nochmal nach dem jungen Reh umdrehte, das nur wenige Meter vom Weg entfernt stand. Damals im Sommer bin ich mit dem Fahrrad zur Arbeit gefahren, war völlig außer Atem und nur leicht verschwitzt in meinem Verlag angekommen, das rechte Hosenbein schon wieder besudelt. Ein Traum.
Jetzt ist es schon fast duster, wenn man nach Hause kommt und bald … Nee, da kann ich jetzt wirklich noch nicht drüber nachdenken. (Winter, ugh!)

Wenn mal gerade kein Rehlein zur Hand ist, gibt es zumindest immer irgendwo eine Herde Schafe. Auf die ist Verlass. Sie stehen jetzt schon eine ganze Weile in der Nähe vom alten Gutshaus und nachdem ich das 12. Mal mit dem Autoradio auf volle Pulle an ihnen vorbeigerauscht bin (ja, ich höre Ndr2), hatte ich im letzten Monat endlich mal eine Kamera auf dem Beifahrersitz liegen. (Und irgendwie scheinen gerade alle Kameras mit Redscale-Filmen besetzt zu sein; Lubi, Diana…es bleibt rot!)

Und auch an diesen majestätischen Herren radel(t)e ich jeden Tag vorbei.

Spiegelungen.

Ach, ihr wisst es doch schon längst, ich liebe sie einfach! Egal in welcher Form, ob als doppeltbelichtetes Ungetüm hanseatischer Lieblings-Architektur…

…im gewölbten Schaufenster um die Ecke oder in den Herzen meiner Freunde…

…am Bahnsteig…

…oder als Sonnenuntergang im Stallfenster!

🙂

Macht ihr auch mit bei Fee’s Lomo Challenge? Dann hinterlasst doch euren Link im Kommentar and spread the lomolove – bin gespannt!

Bis zum Finale,

Conny

Teil I der Lomo Challenge: Perpektive & Markttag

Teil II der Lomo Challenge: Lieblingsort & Lichtspiel