Einmal durch Italien, bitte! * One way ticket through Italy, please!

Conny allein auf großer Fahrt. Der Artikel dazu erschien am Montag auf Lomography.de, aber ich will euch meinen kurzweiligen Roadtrip quer durch Italien natürlich nicht vorenthalten 😉
PS: Der Artikel ist ein kleiner Vorgeschmack auf Bella Italia im Sommer, hat aber nichts mit meiner Reise nach Südtirol zu tun. Diese Geschichte erzähle ich euch später im Jahr…

kleiner sommer italien
Um mein Studium abschließen zu können, musste 2011 noch schnell ein Praktikum im Ausland her. Am liebsten englisch-sprachig. In England und den USA war ich schon und für Ozeanien reichte mein Taschengeld nicht aus. Blieben also noch 2 Möglichkeiten in Europa: Irland und, ja, Malta. Dort ist Englisch neben Maltesisch die offizielle Amtssprache. In Irland scheinen Praktika eher als ’studienbegleitend‘ aufgefasst zu werden, dort kam ich jedenfalls für 5 Wochen nirgends unter. Dafür gab es in Malta kein Praktikum unter 4 Monaten. Aber nach Malta wollte ich immer schon mal, also warum nicht gleich mehrere Monate auf der Sonneninsel im Mittelmeer verbringen? Und darin lag auch der Kasus Knaxus. Mittelmeer und Insel. Nicht mal eben umme Ecke und auch nicht bequem mit dem Auto zu erreichen. Fliegen finde ich ganz fürchterlich und sowieso fahre ich lieber mit dem Zug. Also rief ich in Malta an und sagte ich käme 1 Woche später an. Mit dem Schiff.
Und um dieses Schiff, oder besser gesagt, die Fähre, nach Malta zu erwischen fuhr ich mit dem Zug einmal quer durch Italien – von Verona bis zum Hafen von Catania, von wo aus ich schließlich nach Malta schipperte. Noch schnell ein kleiner Road (Railway) Trip vor dem Praktikum: single, no return bitte.
Ich besorgte mir ein InterRail Ticket für Europa und stieg am Ende des Sommers in den Zug gen Süden. Einmal quer durch Deutschland, Österreich und Italien – mit dem InterRail Country Pass relativ günstig und eigentlich auch recht bequem. Auf trenitalia.com kann man inzwischen auch auf Englisch die passenden Zugfahrkarten zum InterRail Ticket bestellen.
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Before I could hand in my master thesis and thus finish my studies, I had to arrange for an internship abroad and I wanted it to be in an english-speaking country. I had already seen parts of the US and the UK and my savings limited me to Europe anyway (one day, Oceania, one day…). That kind of left me with two options: Ireland (one of these countries you always want to visit, but gets pushed down the list by trendier countries and road trips) and, yes, Malta! Besides Maltese, which sounds like a mixture of Italian and Arabic, English is the second official language spoken on the little island in the Mediterranean Sea. And unlike Ireland, Malta wanted me straight away (well, at least the travel company I applied at did).
So Malta it was. But how to get there? I hate all things related to flying (you know, Helicopters, Jets,
Hovercrafts…), but I love travelling by train (though not so much in the summer, as I quickly came to realize). So I called Malta and told them that I would be arriving a few days later than the rest. By boat.
There’s a ferry leaving from Catania, Sicily, which takes you to Malta in only 3 or 4 hours. And what better excuse to enjoy a quick road (railway) trip through Italy in order to catch that ferry? So, one day in August, I boarded the train in North Germany and went all the way down south, spending a few days in Verona (home to Romeo and Juliet) and Catania (scared the bejesus out of me).
Have a look …
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1. Halt: Verona

Wer wie ich vor Erscheinen des Films Briefe an Julia noch nie in Verona war, sei gewarnt. Nicht nur, dass der berühmte Balkon am angeblichen Casa di Giulietta erst weit nach Shakespeare’s Uraufführung für touristische Zwecke angebaut wurde (in den 30er Jahren!), es werden im Gegensatz zum Film auch keine kleinen Zettel mit Liebeswünschen an der Hauswand befestigt. Stattdessen müssen sich inzwischen Tausende von Liebespaaren an der Wand des Eingangstunnels verewigt haben, was diesen nicht romantisch verwoben, sondern recht beschmiert aussehen lässt. Das inszenierte Haus der Julia  kann auf den Spuren des Liebespaars besichtigt werden, ist aber in Wahrheit der palastartige Bau der Familie Capello, die dort im im 14. Jahrhundert lebte.

Vor dem Umbau zum Casa di Giuletta war das Haus als Gasthof und zum Teil auch als Stall genutzt worden. Mitten im Innenhof steht eine bronzene Statue und nachdem man Julias linke Brust für glückliche Zeiten betatscht hat, sollte man unbedingt in das anliegende Geschäft hineinschauen in dem man seinen oder andere Namen kalligrafisch auf eine Vielzahl von ausgewählten Stoffen, wie Tücher oder Kissenbezüge, sticken lassen kann.
Vom Haus der Capulets sind es nur einige wenige Schritte bis zum Piazza delle Erbe, der von historischen Fassaden aus verschiedenen Jahrhunderten umgeben wird. Dort steht auch der Uhrturm Torre del Gardello aus dem 14. Jahrhundert, hier rechts mit Heiligenschein zu sehen.

Der Piazza delle Erbe ist Marktplatz und Versammlungsort dieser mittelalterlichen Stadt und überhaupt gehört die schöne Altstadt von Verona zum Weltkulturerbe.

Das Zentrum lässt sich über verschiedene Brücken erreichen, eine der bekanntesten ist wohl die Ponte Pietra (Italienisch für Steinbrücke), eine römische Bogenbrücke über dem Fluss Etsch.

Von der Brücke hat man einen tollen Ausblick auf den Hügel San Pietro mit dem Teatro Romano di Verona, dem Archäologischen Museum im Römischen Theater – dem ehemaligen Kloster des Hl. Hieronymus – und dem Castel San Pietro

Auf der anderen Seite des Flusses gibt es ein Hostel mit unglaublich viel Flair. Etwas ranzig, wie Hostels nun mal so sind, aber es war trotzdem eines der Schönsten in dem ich jemals untergekommen bin. Das Ostello Verona ist eine alte Villa mit hohen Wänden und bemalten Decken, riesigem Garten und wunderschönem Ausblick über die Stadt. Reservieren braucht man vorher nicht, man kann einfach vorbeikommen und es sich gemütlich machen. Und das Beste: es ist wirklich günstig und überhaupt nicht weit entfernt von der Altstadt.

Der Bahnhof Porta Nuova in Verona ist schwerer Eisenbahnknotenpunkt. Von dort aus fuhr ich 2 Tage später nach Rom, wo die Fahrt mit dem bequemen und klimatisiertem Schnellzug leider endete. Weiter ging es in Richtung Sizilien mit einer Art Bimmelbahn, die wirklich in jedem kleinen Ort anhielt. Aber zum Glück musste ich mit meinen gefühlten 63 Kilo Gepäck nicht noch einmal umsteigen. Ich machte es mir in meinem überhitzten Abteil gemütlich und bekam ab und an Gummibärchen von der englischen Familie, die in Genua ausstieg und die meisten Zeit Ich sehe was, was du nicht siehst spielte. Später unterhielt ich mich mit einer reiselustigen Frau, die gerade einen ähnlichen Roadtrip hinter sich hatte und nun auf dem Weg nach Hause war.
Und die ganze Zeit rauschte Italien wie aus dem Bilderbuch an mir vorbei – die Alpen im Norden, die Zypressen in der Toskana und schließlich das Meer.

2. Halt: Catania

Kurz vor der Überfahrt nach Messina hingen wir dann geschlagene 2 Stunden in Villa San Giovanni fest. Hinter Rom werden die Durchsagen nicht mehr ins Englische übersetzt, aber meine italienischen Mitfahrer wussten auch nicht so recht, weshalb wir vor der Fähre standen und nichts passierte. Damit nicht genug war es zudem so heiß, dass mein roter Kuli auslief und mein T-Shirt fortan ‘blutverschmiert’ war.
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Kurz vor Mitternacht kam der Zug in Catania an und ich wollte nur noch ins Bett fallen, egal ob ich mein Zimmer mit 4 oder 10 Leuten teilen sollte, das hatte ich in der Zwischenzeit schon wieder vergessen. Aber es kam schlimmer. Das Hostel hatte mein „Zimmer“ spontan an eine Schulklasse vermietet und so schickten sie mich mit meinen Koffern mitten in der Nacht 7 lange Straßen weiter in eine Art Stadtwohnung im 5. Stock, ohne Farhstuhl. Und morgens um 1 war es irgendwie immer noch heiß.
Ich freute mich auf Catania bei Tag, aber das ungute Gefühl der letzten Nacht wurde ich irgendwie nicht los. Catania war mir einfach nur unheimlich. Vielleicht hätte ich mir vor meiner Reise nicht Der Pate ansehen sollen, aber fest steht – sollte ich jemals wieder in Cartania sein, dann bitte in Begleitung.
Catania (4)

Catania ist nach Palermo die zweitgrößte Stadt auf Sizilien. Die spätbarocke Architektur der Altstadt ist wirklich wunderschön und gehört ebenfalls zum UNESCO-Welterbe.

Und mittendrin: Der Elefantenbrunnen auf dem Palazzo degli Elefanti in der Nähe des Piazza del Duomo, eine Art zentraler Marktplatz. Er zeigt einen obeliskentragenden Elefanten, das Wappensymbol und Wahrzeichen der Stadt.

Catania (2)Kathedrale von Catania

Läuft man vom Piazza del Duomo die Via Etnea entlang, der Hauptstraße Catanias mit vielen Geschäften und Plätzen, kommt man theoretisch irgendwann am Ätna an. Sehen kann man ihn auf jeden Fall schon.

Auf meinem Weg zurück in die Wohnung kam ich an einem Antiken Römisch-Griechischen Theater vorbei – das Teatro Romano & Odeon. Beinahe hätte ich es nicht entdeckt. Wenn man bei fast 40 Grad eine Straße hinaufschnauft vergisst man schnell mal alles um sich herum und beschränkt sich aufs Fluchen.
Auf dem Hügel am Ende der Straße soll früher die Akropolis gestanden haben, wobei sich der Eingang zu diesem Teatro, der von den Römern samt Odeon umgebaut wurde, recht gut versteckt hält. Es wurde von späteren barocken Bauten regelrecht verdeckt und ist daher leicht zu übersehen. Nur zur Sicherheit: Der Eingang befindet sich in der Via Emanuele 266.
Catania (10)

Laut Broschüre hatte der Zuschauerraum im Originalzustand einen Durchmesser von ungefähr 100 Metern und Platz für rund 7.000 Zuschauer. Die Stufen, Zuschauerreihen und das Orchestra sind aus schwarzem Lavagestein gebaut. Das kleine Odeon, ebenfalls aus Lavagestein, liegt direkt neben, aber etwas höher als das große Teatro Romano.

2 Tage später machte ich mich dann auf in Richtung Catania-Hafen; in Italien öffentliche Verkehrsmittel zu nutzen ist ja immer ein Erlebnis für sich. Die Fähre nach Malta stand schon bereit und mit Sonnenaufgang brausten wir los. Ein paar Stunden später empfing uns Maltas Hauptstadt Valletta quasi mit offenen Hafenarmen…und mein Road Trip näherte sich dem Ende.

Da war ich also, in Malta, einer winzigen Insel im Mittelmeer in Sand- und Feuerwerksfarben.
… aber das ist eine andere Geschichte 🙂

Alle Bilder wurden mit der LC-A, die I., aufgenommen. Unter dem Herzen trug sie drogerieübliche (Rossmann) Farbnegativ-Filme, wahrscheinlich mit ISO400 (damals habe ich noch nicht so darauf geachtet…).

Happy Independence Day

Heute wird der 237. Unabhängigkeitstag in den USA gefeiert. Alles ist in rot-weiß-blau überzogen, Paraden ziehen durch die Städte und den ganzen Tag knallern irgendwo Feuerwerke.

Vor genau 10 Jahren waren wir mal mittendrin, irgendwo in Idaho. Es war wie ein kleines Déjà-vu, denn lustigerweise waren wir ein paar Tage zuvor noch in Kanada, nämlich am 1. Juli – Kanadas eigenem Unabhängigkeitstag.

Wer also gerne tagelang durchfeiert und es mit dem Patriotismus nicht so ernst nimmt, dem sei eine Überfahrt von Kanada in die USA in dieser Woche wärmstens empfohlen!

2004 waren wir wieder dort und auch 2005, aber dieses Mal im Süden. Aus diesem Jahr stammen auch die wenigen Lomos die ich von unserem Roadtrip mitgenommen habe.

…und man sieht gar nicht, dass das meine ersten Lomos sind, haha 😉
(hier mit dem Lomography Supersampler)

Und mittendrin ist doch tatsächlich ein Actionsampler-Bild aufgetaucht (das grandiose letzte Foto..). Wal-Mart? K-Mart? Safeway? Who knows. Jedenfalls kann ich mich gar nicht mehr daran erinnern, den Actionsampler mit an Bord gehabt zu haben. Und vor allem, wo sind die restlichen 35 Bilder?
Ich erinnere mich noch dunkel an Lomografien auf denen sich Robben am Pier 39 in San Francisco räkeln. Nur gut, dass der Unabhängigkeitstag jedes Jahr wiederkehrt, bis zum 4. Juli 2014 finden sich die restlichen Fotos bestimmt wieder an…bestimmt.

Oh, aber woran ich mich gerade erinnern kann, ist, dass ich zwischendurch von so einer toughen und furchteinflößenden Polizistin ‚geschnappt‘ wurde, weil ich in in einer Mall Fotos gemacht habe. Anscheinend ist das strengstens untersagt, denn ich musste unter ihrem eisernen Blick alle Bilder von meinem Chip löschen…. Gut, dass ich auch meine analoge Kamera dabei hatte, hihi (wenn ich denn nur wüsste, wo die Bilder dazu sind…)
Was sie wohl mit der Kamera angestellt hätte, wenn sie sie entdeckt hätte?

Hasta la vista, baby.

Der verlorene Film * The lost pictures

Kennt ihr das? Ihr seid eigentlich nur auf der Suche nach einer Tube Superkleber und stolpert stattdessen über ein altes Poesiealbum, über eine Schachtel mit Eintrittskarten oder über ein Buch, das ihr vor 2 Jahren in einem Hostel mitgehen lassen habt. Dass ihr eigentlich Kleber sucht, habt ihr längst vergessen und stattdessen gehen euch 34 Erinnerungen durch den Kopf.
So ging es mir letztens, als ich im Laden von meinem Großcousin stand. Eigentlich wollte ich ihm nur meine neue alte LC-A Kamera zeigen, als er auf einmal eine Tüte Fotos über den Ladentisch schiebt. Die waren noch in deiner Kamera drin, meint er; die, die sich nicht reparieren lässt.

Eineinhalb Jahre später und ich halte Momente in der Hand, die ich beinahe vergessen hätte.

Malta, 2011, LC-A, Drogeriemarkt-Film mit ISO 200 (wahrscheinlich… und irgendwie körnig)

You know the times, when you’re actually looking for some Super Glue, and stumble upon your signed Yearbook, some old tickets or that book you pinched in that hostel instead? You forget all about the Super Glue and just revel in those 42 memories that suddenly pop up in your head.
Well, I felt like that the last time I visited my cousin in his shop. I just wanted to show him my new old
LC-A camera when he suddenly places a bag of photos on the counter. They were still in there, he says, in that old camera of yours we can’t repair.

One and a half years later and I’m looking at moments I almost forgot.

Malta, 2011, LC-A, plain vanilla film with ISO 200 (probably… a bit grainy though)

Weekly Photo Challenge: From Above

Malta upside down

Malta upside down 🙂

(You can see the „skyline“ of beautiful Valletta in the background.)

Sliema, Malta
LC-A, plain vanilla 35mm film, double exposure

Weekly Photo Challenge: Change

getting soaked in Malta

Change of scenery – within a mere couple of minutes. Left me dumbfounded…and soaked 😉

Malta and my LC-A