Kleine Liebe Lubitel * Little Love Lubitel

Es war Liebe auf den ersten Blick. Als ich zum ersten Mal den Lomo Embassy Store in Berlin betrat (es war 2010), fiel sie mir sofort auf. Sie thronte auf einer Holzbox im Regal hinter der Kasse, wir hatten von Anfang an Blickkontakt. Zunächst tänzelte ich noch ein wenig um sie herum, schlug die Augen nieder, wenn ich länger als ein paar Sekunden in ihre Richtung starrte und versuchte, mich für die vielen verschiedenen Filme zu interessieren. Welchen Film hat die Lubitel wohl am liebsten?
Die Wände des Stores waren damals noch mit Fotos plakatiert, sodass sie eine lustige und quietschbunte Lomo-Tapete ergaben. Aber welche Fotos stammen wohl von der Lubi? (jetzt waren wir also schon bei Kosenamen). Schließlich hielt ich es nicht mehr aus und  bat die Verkäuferin, mir dieses Schmuckstück näher anschauen zu dürfen. 300 Tacken. Heiliger bim bam. Und ich machte gerade ein unbezahltes Praktikum. Um sie noch ein wenig länger in den Händen halten zu können, lenkte ich die (sehr nette) Verkäuferin mit Fragen zum Scannen und Entwickeln ab. Aber schließlich war unsere Zeit vorbei und ich musste mich damit begnügen, sie 2 Monate lang jeden Morgen durch das Schaufenster anzuhimmeln, denn der Embassy Store liegt in der gleichen Straße wie die Ullstein Verlage, bei denen ich damals mein Uni-Praktikum absolvierte. Und so lief ich jeden Tag zweimal an ihr vorbei, winkte ihr heimlich zu und hoffte, dass sich unsere Wege bald wieder kreuzen würden.
Es dauerte 3 Jahre, bis wir uns wiedersahen.

It was love at first sight. Upon entering the Lomo Embassy Store in Berlin for the first time (the year is 2010), Little Love Lubitel immediately caught my eye. She sat enthroned on a wooden box on a shelf behind the counter. We had eye contact, and I danced around her for quite some time. Then I took heart and asked the cashier if I may hold her, take a closer look at the endearing beauty with the two eyed lenses. I fell deeply in love with that black box of a camera that seemed to hail from another era. However, I found myself having very little money to spare at that time, so the only thing I could hope for was to meet her again one day.
It took me exactly three years.

Little Love Lubitel
Zwischendurch ist hier und hier schon mal ein Lubitel-Bild durchgeblitzt. Aber warum ich sie euch erst jetzt vorstelle? Ich wollte natürlich den perfekten Moment abwarten (und war zu beschäftigt, mich anderen neuen Errungenschaften hinzugeben…). Und bei den pastellenen Tönen denke ich an den Frühling, der schon um die Ecke schielt 🙂
Die Bilder sind allesamt cross-entwickelt und etwas überbelichtet, aber in diesem Fall mag ich die reine und stille Atmosphäre die dadurch entstanden ist. Der Himmel ist kaum zu unterscheiden von der See, der Horizont nur ein verschwommener Fleck in pinken Blau- oder blauen Pinktönen.

I’ve had her, swooned over her and pampered her for a little while now, but I’ve been waiting for the perfect moment to present her to you guys. You can find hints of pre-post Lubitel pictures here and here. These Lomos, however, remind me of the spring that’s just around the corner.
The pictures from the beach are all cross-processed and somewhat overexposed, but I rather like the clean and calm atmosphere it creates. The sky is almost indistinguishable from the sea, the horizon a frail blur dipped in pinkish blues or bluish pinks.

Am Strand

Am Strand (1)Am Strand (2)Am Strand (3)Am Strand (4)Am Strand (5)Am Strand (6)

Wer gerne mehr über die technischen Details zur Lubitel erfahren möchte, klickt hier.
If you’re interested in the technical details about this camera, click here.

Ort – Place: Fischland-Darß, Ostsee – Home, Baltic Sea.
Kamera – Camera: Lubitel Universal 166+.
Film: Lomo X-Pro 200 (cross-processed).

You say goodbye and I say hello

Hello – hello!

Was für ein Tag das gestern war, nech? Anfang März und 20 Grad – da waren wir letztes Jahr um diese Zeit noch weit von entfernt, ach was sag‘ ich, Lichtjahre entfernt!

Im Radio fragten sie immer wieder nach den höchsten Temperaturen im Land und wie die Leute diesen Sonntag verbringen würden. Ich glaube, bei uns im Norden gab es vor allem diese 3 Gruppen: die Fahrradfahrer, die Gartenwüter und die Strandgänger. Als ich am Nachmittag in Dänisch-Nienhof ankam, standen die Autos schon bis zur Straße und auch am Strand wimmelte es nur so von Kindern in Angler-Latzhosen, jungen Verliebten, die die Finger nicht voneinander lassen konnten, und Strandläufern wie mich. Echt schön: das Strandhaus, ein schickes Beach Café, direkt am Meer. Leider waren auch hier schon alle Plätze besetzt, sodass ich mir nur ein Eis-to-go am Schnellausschank holen konnte. Den Rest des Nachmittags verbrachte ich mit den Füßen im Sand (und auch mal im Wasser) auf meinem sonnengewärmten Felsen mit Seeblick.

Hello – hello!
I am 100% positive that, after THIS weekend, winter is bound to go into aestivation! Goodbye! Even here, in the north of Germany, where it is usually 10°C cooler (just kidding), we reached temperatures around 20°C – in the beginning of March! I looked for pictures from the same time last year and guess what I saw – heavily snowcovered landscapes. So I just had to head to the beach!

PolaStrand

Sonnenverbrannt

Durch die hohe ISO des Impossible Films und dem grandios blauen Himmel sind die Polaroids natürlich stark überbelichtet und von orangen und roten Farben durchzogen. Fast sehen sie so aus, als wären sie auf das Papier gebrannt und spiegelten einen ziemlich warmen Sommertag, statt den ersten Frühling wider. Aber das ist auch das Schöne an der See – trotz ihrer wilden Tage und dem nie gleichen Küstenstrich lässt sie sich nicht groß von den Jahreszeiten beeinflussen. Eisschollen (selten, aber ja, es gibt sie) und (halb-)nackte Strandbesucher sind natürlich ein nicht zu übersehender Hinweis, aber blendet man diese ‚Extreme‘ aus, zeigt sich die See fast unbeeindruckt.

Sommer – bitte hier entlang!

Sunburnt

Due to the high ISO of the Impossible Film and the clear blue sky, the polaroids turned out very bright with lots of red and orange hues. Almost like they were burned onto paper on a very warm summer’s day instead of the first appearance of spring. And is it not the beauty of the sea that – in all its fierceness and with its ever changing coastline – it is not really affected by the four seasons? Of course, ice floes (though very rare) and people in bathing suits (or even nude) are a dead giveaway, but apart from the ‚extremes‘, merely standing by the shore, you’d never know – almost like falling out of time, if you ignore the temperatures grazing the skin.

Summer – this way, please!

WPC: Unexpected

I came home from work one day and on top of the very promising sunset, I suddenly saw a hot-air balloon coming up at the horizon and floating towards me over the field of maize. Lovely surprise!

The analog double exposure was taken with the Sprocket Rocket camera and an expired Fujicolor C200 film in Northern Germany.

Weekly Photo Challenge: Unusual Point of View

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Ein kleiner Vorgeschmack auf den Post mit der roten KRABBE!
🙂

Auf den ersten Blick mag man vielleicht nichts erkennen, aber tatsächlich versuche ich hier ein Bild von mir zu machen. Unterwasser. Die rote Krabbe ist nämlich ein Unterwassergehäuse für meine Lomo LC-A Kamera und der komische Himmel da über mir ist eigentlich die Wasseroberfläche! Nichts war vor mir sicher, keine Qualle, kein behaartes Bein, kein Möchtegern-Hai (= Möwe).
Ob diese Bilder wohl etwas geworden sind? Bald seht ihr es. Also schnallt euch schon mal die Taucherbrillen um 😉

A little taste of my upcoming post including my brand-new red KRAB!

At the first glance you might not see anything at all, but I’m actually trying to take a picture of my underwater self (if you try real hard you can see a bit of my left ear;). Yes, the red Krab is indeed an underwater housing for my LC-A lomo camera! And that strange-looking sky over my head is actually the water surface – surreal, no?
Nothing was safe from me – no jellyfish, no hairy leg, no wanna-be shark (= gull). And how did those pictures turn out? Well, you’ll soon find out (along with me), so you better start looking for those diving goggles 😉

Weekly Photo Challenge: Sea

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Wie könnte ich diese Challenge ignorieren?! Conny und das Meer, 4ever and ever. Hier auf Lomoherz wurden schon so einige Meer-Bilder verbraten und demnächst kommt nochmal ein nigelnagelneuer Schwall Fotos aus meinem Urlaub und auch die ersten Bilder von meiner Unterwasser-Expedition hinzu…

Dieses Bild entstand jedenfalls auf Usedom, aufgenommen im Mai 2009. Ich kann mich noch gut daran erinnern, denn in diesem Kurzurlaub wagte ich die ersten Schritte mit meiner just-ersteigerten LC-A. Sie kam noch gerade rechtzeitig vor meiner Abreise an, sodass ich kaum Zeit hatte, mich richtig mit ihr vertraut zu machen. Daher knipste ich einfach munter darauf los – und was es für tolle Motive gab! Die wunderschönen Ostseebäder samt Seebrücken, ein viktorianischer Jahrmarkt mit Hochradfahrern und Kettenkarussel, eine lustige Bimmelbahn und unser Hotel war ebenfalls ein pittoresker Traum.
Nur blöd, dass ich vergessen hatte Batterien in die Kamera einzulegen…
Das Bild oben wurde also nicht lomografisch aufgenommen, sondern mit einer vollautomatischen analogen Kamera, die meine Mutter damals noch benutzte. Schön finde ich es trotzdem und ich muss jedes mal schmunzeln und dann gleich mit dem Kopf schütteln, wenn ich an die vertanen Chancen denke, die meiner eigenen Schusseligkeit geschuldet sind. Soo typisch 🙂

As I am living close to the Baltic Sea, this challenge was too good a chance to pass up!
The picture was taken on Usedom, a small island in the east of Germany. Meteorologically speaking, it is the sunniest place in all of Germany!
I remember this photo well, because it is not lomo at all. I had just bought a used LC-A and wanted to try it straight away during my short holiday break. And I did, snapping away at a Victorian-looking fair and (supposedly) capturing pictures of men riding penny-farthing bibycles.
Alas, without checking the batteries first…
Perhaps we had a gut feeling, for we were also taking quite a lot of pictures with my Mom’s camera. Back then she was still using her analogue one, which was even more of a toy camera than the lomogrpahic ones, minus the lomo features. Push the button and the film gets automatically transported forward – you don’t have to worry about a thing.
But at least she had some batteries in there 🙂

Even though it is missing a proper foreground and always reminds me of all the passed opportunities, I like looking at this picture with the little hut and the red flag telling you that the sea is too rough today to go swimming. Notwithstanding the beach chairs, it is perhaps the most Californian place in Germany as well 😉

Einmal durch Italien, bitte! * One way ticket through Italy, please!

Conny allein auf großer Fahrt. Der Artikel dazu erschien am Montag auf Lomography.de, aber ich will euch meinen kurzweiligen Roadtrip quer durch Italien natürlich nicht vorenthalten 😉
PS: Der Artikel ist ein kleiner Vorgeschmack auf Bella Italia im Sommer, hat aber nichts mit meiner Reise nach Südtirol zu tun. Diese Geschichte erzähle ich euch später im Jahr…

kleiner sommer italien
Um mein Studium abschließen zu können, musste 2011 noch schnell ein Praktikum im Ausland her. Am liebsten englisch-sprachig. In England und den USA war ich schon und für Ozeanien reichte mein Taschengeld nicht aus. Blieben also noch 2 Möglichkeiten in Europa: Irland und, ja, Malta. Dort ist Englisch neben Maltesisch die offizielle Amtssprache. In Irland scheinen Praktika eher als ’studienbegleitend‘ aufgefasst zu werden, dort kam ich jedenfalls für 5 Wochen nirgends unter. Dafür gab es in Malta kein Praktikum unter 4 Monaten. Aber nach Malta wollte ich immer schon mal, also warum nicht gleich mehrere Monate auf der Sonneninsel im Mittelmeer verbringen? Und darin lag auch der Kasus Knaxus. Mittelmeer und Insel. Nicht mal eben umme Ecke und auch nicht bequem mit dem Auto zu erreichen. Fliegen finde ich ganz fürchterlich und sowieso fahre ich lieber mit dem Zug. Also rief ich in Malta an und sagte ich käme 1 Woche später an. Mit dem Schiff.
Und um dieses Schiff, oder besser gesagt, die Fähre, nach Malta zu erwischen fuhr ich mit dem Zug einmal quer durch Italien – von Verona bis zum Hafen von Catania, von wo aus ich schließlich nach Malta schipperte. Noch schnell ein kleiner Road (Railway) Trip vor dem Praktikum: single, no return bitte.
Ich besorgte mir ein InterRail Ticket für Europa und stieg am Ende des Sommers in den Zug gen Süden. Einmal quer durch Deutschland, Österreich und Italien – mit dem InterRail Country Pass relativ günstig und eigentlich auch recht bequem. Auf trenitalia.com kann man inzwischen auch auf Englisch die passenden Zugfahrkarten zum InterRail Ticket bestellen.
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Before I could hand in my master thesis and thus finish my studies, I had to arrange for an internship abroad and I wanted it to be in an english-speaking country. I had already seen parts of the US and the UK and my savings limited me to Europe anyway (one day, Oceania, one day…). That kind of left me with two options: Ireland (one of these countries you always want to visit, but gets pushed down the list by trendier countries and road trips) and, yes, Malta! Besides Maltese, which sounds like a mixture of Italian and Arabic, English is the second official language spoken on the little island in the Mediterranean Sea. And unlike Ireland, Malta wanted me straight away (well, at least the travel company I applied at did).
So Malta it was. But how to get there? I hate all things related to flying (you know, Helicopters, Jets,
Hovercrafts…), but I love travelling by train (though not so much in the summer, as I quickly came to realize). So I called Malta and told them that I would be arriving a few days later than the rest. By boat.
There’s a ferry leaving from Catania, Sicily, which takes you to Malta in only 3 or 4 hours. And what better excuse to enjoy a quick road (railway) trip through Italy in order to catch that ferry? So, one day in August, I boarded the train in North Germany and went all the way down south, spending a few days in Verona (home to Romeo and Juliet) and Catania (scared the bejesus out of me).
Have a look …
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1. Halt: Verona

Wer wie ich vor Erscheinen des Films Briefe an Julia noch nie in Verona war, sei gewarnt. Nicht nur, dass der berühmte Balkon am angeblichen Casa di Giulietta erst weit nach Shakespeare’s Uraufführung für touristische Zwecke angebaut wurde (in den 30er Jahren!), es werden im Gegensatz zum Film auch keine kleinen Zettel mit Liebeswünschen an der Hauswand befestigt. Stattdessen müssen sich inzwischen Tausende von Liebespaaren an der Wand des Eingangstunnels verewigt haben, was diesen nicht romantisch verwoben, sondern recht beschmiert aussehen lässt. Das inszenierte Haus der Julia  kann auf den Spuren des Liebespaars besichtigt werden, ist aber in Wahrheit der palastartige Bau der Familie Capello, die dort im im 14. Jahrhundert lebte.

Vor dem Umbau zum Casa di Giuletta war das Haus als Gasthof und zum Teil auch als Stall genutzt worden. Mitten im Innenhof steht eine bronzene Statue und nachdem man Julias linke Brust für glückliche Zeiten betatscht hat, sollte man unbedingt in das anliegende Geschäft hineinschauen in dem man seinen oder andere Namen kalligrafisch auf eine Vielzahl von ausgewählten Stoffen, wie Tücher oder Kissenbezüge, sticken lassen kann.
Vom Haus der Capulets sind es nur einige wenige Schritte bis zum Piazza delle Erbe, der von historischen Fassaden aus verschiedenen Jahrhunderten umgeben wird. Dort steht auch der Uhrturm Torre del Gardello aus dem 14. Jahrhundert, hier rechts mit Heiligenschein zu sehen.

Der Piazza delle Erbe ist Marktplatz und Versammlungsort dieser mittelalterlichen Stadt und überhaupt gehört die schöne Altstadt von Verona zum Weltkulturerbe.

Das Zentrum lässt sich über verschiedene Brücken erreichen, eine der bekanntesten ist wohl die Ponte Pietra (Italienisch für Steinbrücke), eine römische Bogenbrücke über dem Fluss Etsch.

Von der Brücke hat man einen tollen Ausblick auf den Hügel San Pietro mit dem Teatro Romano di Verona, dem Archäologischen Museum im Römischen Theater – dem ehemaligen Kloster des Hl. Hieronymus – und dem Castel San Pietro

Auf der anderen Seite des Flusses gibt es ein Hostel mit unglaublich viel Flair. Etwas ranzig, wie Hostels nun mal so sind, aber es war trotzdem eines der Schönsten in dem ich jemals untergekommen bin. Das Ostello Verona ist eine alte Villa mit hohen Wänden und bemalten Decken, riesigem Garten und wunderschönem Ausblick über die Stadt. Reservieren braucht man vorher nicht, man kann einfach vorbeikommen und es sich gemütlich machen. Und das Beste: es ist wirklich günstig und überhaupt nicht weit entfernt von der Altstadt.

Der Bahnhof Porta Nuova in Verona ist schwerer Eisenbahnknotenpunkt. Von dort aus fuhr ich 2 Tage später nach Rom, wo die Fahrt mit dem bequemen und klimatisiertem Schnellzug leider endete. Weiter ging es in Richtung Sizilien mit einer Art Bimmelbahn, die wirklich in jedem kleinen Ort anhielt. Aber zum Glück musste ich mit meinen gefühlten 63 Kilo Gepäck nicht noch einmal umsteigen. Ich machte es mir in meinem überhitzten Abteil gemütlich und bekam ab und an Gummibärchen von der englischen Familie, die in Genua ausstieg und die meisten Zeit Ich sehe was, was du nicht siehst spielte. Später unterhielt ich mich mit einer reiselustigen Frau, die gerade einen ähnlichen Roadtrip hinter sich hatte und nun auf dem Weg nach Hause war.
Und die ganze Zeit rauschte Italien wie aus dem Bilderbuch an mir vorbei – die Alpen im Norden, die Zypressen in der Toskana und schließlich das Meer.

2. Halt: Catania

Kurz vor der Überfahrt nach Messina hingen wir dann geschlagene 2 Stunden in Villa San Giovanni fest. Hinter Rom werden die Durchsagen nicht mehr ins Englische übersetzt, aber meine italienischen Mitfahrer wussten auch nicht so recht, weshalb wir vor der Fähre standen und nichts passierte. Damit nicht genug war es zudem so heiß, dass mein roter Kuli auslief und mein T-Shirt fortan ‘blutverschmiert’ war.
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Kurz vor Mitternacht kam der Zug in Catania an und ich wollte nur noch ins Bett fallen, egal ob ich mein Zimmer mit 4 oder 10 Leuten teilen sollte, das hatte ich in der Zwischenzeit schon wieder vergessen. Aber es kam schlimmer. Das Hostel hatte mein „Zimmer“ spontan an eine Schulklasse vermietet und so schickten sie mich mit meinen Koffern mitten in der Nacht 7 lange Straßen weiter in eine Art Stadtwohnung im 5. Stock, ohne Farhstuhl. Und morgens um 1 war es irgendwie immer noch heiß.
Ich freute mich auf Catania bei Tag, aber das ungute Gefühl der letzten Nacht wurde ich irgendwie nicht los. Catania war mir einfach nur unheimlich. Vielleicht hätte ich mir vor meiner Reise nicht Der Pate ansehen sollen, aber fest steht – sollte ich jemals wieder in Cartania sein, dann bitte in Begleitung.
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Catania ist nach Palermo die zweitgrößte Stadt auf Sizilien. Die spätbarocke Architektur der Altstadt ist wirklich wunderschön und gehört ebenfalls zum UNESCO-Welterbe.

Und mittendrin: Der Elefantenbrunnen auf dem Palazzo degli Elefanti in der Nähe des Piazza del Duomo, eine Art zentraler Marktplatz. Er zeigt einen obeliskentragenden Elefanten, das Wappensymbol und Wahrzeichen der Stadt.

Catania (2)Kathedrale von Catania

Läuft man vom Piazza del Duomo die Via Etnea entlang, der Hauptstraße Catanias mit vielen Geschäften und Plätzen, kommt man theoretisch irgendwann am Ätna an. Sehen kann man ihn auf jeden Fall schon.

Auf meinem Weg zurück in die Wohnung kam ich an einem Antiken Römisch-Griechischen Theater vorbei – das Teatro Romano & Odeon. Beinahe hätte ich es nicht entdeckt. Wenn man bei fast 40 Grad eine Straße hinaufschnauft vergisst man schnell mal alles um sich herum und beschränkt sich aufs Fluchen.
Auf dem Hügel am Ende der Straße soll früher die Akropolis gestanden haben, wobei sich der Eingang zu diesem Teatro, der von den Römern samt Odeon umgebaut wurde, recht gut versteckt hält. Es wurde von späteren barocken Bauten regelrecht verdeckt und ist daher leicht zu übersehen. Nur zur Sicherheit: Der Eingang befindet sich in der Via Emanuele 266.
Catania (10)

Laut Broschüre hatte der Zuschauerraum im Originalzustand einen Durchmesser von ungefähr 100 Metern und Platz für rund 7.000 Zuschauer. Die Stufen, Zuschauerreihen und das Orchestra sind aus schwarzem Lavagestein gebaut. Das kleine Odeon, ebenfalls aus Lavagestein, liegt direkt neben, aber etwas höher als das große Teatro Romano.

2 Tage später machte ich mich dann auf in Richtung Catania-Hafen; in Italien öffentliche Verkehrsmittel zu nutzen ist ja immer ein Erlebnis für sich. Die Fähre nach Malta stand schon bereit und mit Sonnenaufgang brausten wir los. Ein paar Stunden später empfing uns Maltas Hauptstadt Valletta quasi mit offenen Hafenarmen…und mein Road Trip näherte sich dem Ende.

Da war ich also, in Malta, einer winzigen Insel im Mittelmeer in Sand- und Feuerwerksfarben.
… aber das ist eine andere Geschichte 🙂

Alle Bilder wurden mit der LC-A, die I., aufgenommen. Unter dem Herzen trug sie drogerieübliche (Rossmann) Farbnegativ-Filme, wahrscheinlich mit ISO400 (damals habe ich noch nicht so darauf geachtet…).