München und die Fusgaenger-Bridge

Moin München!

Im Februar waren meine Kollegin und ich beruflich in München unterwegs (das wollte ich schon immer mal sagen:). Die E-Commerce Messe Internet World rief und wir kamen. Direkt aus der Nachbarstadt Kiel.

Für die Dienstreise hatte ich absichtlich kaum Kameras mitgenommen (2½ Stück nur *aufdieSchulterklopf*), weil ich schon ahnte, dass sich nicht so viele Gelegenheiten bieten würden und es die meiste (Frei-) Zeit über dunkel sein würde. Irgendwann brauchte ich dann aber doch ein wenig Lomo-Action und so gut beleuchtet, wie München war, zückte ich kurzerhand meine neue Lieblings-Alltags-Kamera und schoss in die Nacht. Der Lady Grey s/w Film war noch von letzter Woche eingelegt. Erwartet hatte ich viele helle Negative, weil ich mit Schwarzweißfotografie in der Nacht noch überhaupt keine Erfahrungen gemacht habe. Gott sei Dank war das nicht der Fall und auf den meisten Bildern kann man tatsächlich etwas erkennen 🙂

München (1)München (5)

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Dieser Mann an seinem … Instrument war übrigens unglaublich; bei Melodie und Klang bekam ich richtige Gänsehaut. Straßenmusik fehlt mir.

Bisher war ich nur zweimal in München (eigentlich viermal, aber Bahnhöfe zählen nicht). Die beiden ersten Aufenthalte sind schon ganz schön lange her und es war ein bisschen so, als würde mir meine Erinnerung einen Streich spielen. Obwohl wir eine ähnliche Route abgelaufen sind, hatte ich München ganz anders im Kopf.
Nach einem Rundgang durch die Altstadt, die mir viel wärmer erschien als daheim, kehrten wir im Augustiner Restaurant ein, in dem es nur so von Amerikanern und Asiaten wimmelte. Es war uns schon vorher aufgefallen, dass wir seit unserer Ankunft noch kein richtiges Bayerisch gehört hatten und hier waren wir wohl ebenfalls in ein richtiges Touri-Nest gestochen. Nachdem wir höflich abgelehnt hatten, uns an einen fremden Tisch mit ranzusetzen, warteten wir geduldig auf ein freies Plätzchen. Ich weiß nicht, ob es wirklich etwas mit dem nachgesagten norddeutschen Gemüt zu tun hat, aber uns folgte der Wunsch nach Privatssphäre und Eigenbrötlerei mit ins Restaurant. Und wir hatten Glück – nach nur kurzer Wartezeit wurde ein Tisch für uns frei und ausgehungert wie wir waren, blätterten wir gleich im Menü, in dem leichte Kost ein Fremdwort zu sein schien. Wir kamen gerademal bis zu Tageskarte, bis ein italienisches Ehepaar an unseren kleinen Vierer-Tisch gesetzt wurde. Einfach so. Daran mussten wir uns erst noch gewöhnen. Schmecken lassen haben wir es uns natürlich trotzdem – und dieses Mal so richtig bayerisch.

***

Den nächsten Tag verbrachten wir größtenteils auf dem Messegelände, um uns ordentlich über die neuesten Online Marketing Trends zu informieren. Höhepunkt war für die meisten Besucher der Vorträge allerdings etwas analoges: Anna Lena Schiller macht Graphic Recording. Das heißt, während sie sich die Vorträge anhört, filtert sie die wichtigsten Stichpunkte heraus und verabeitet diese in eine cartoonhafte und sehr charmante Infografik. In Echtzeit und mit nur 3 oder 4 Stiften, die sie sich mit einem Friseurgürtel um die Hüften geschwungen hatte. Eine witzige und originelle Idee, die Frau Schiller (oben rechts) genial umsetzt.

München (12)

Nach dem Ende der Messe und unserem Besuch im Englischen Garten – oben links im Bild ist der chinesische Turm zu sehen – wollten wir den Weg zum Restaurant nicht nur mit der Straßenbahn zurücklegen. Also stiegen wir am Maxmonument aus und liefen ein Stück Richtung Isar. Oder zumindest in die Richtung von der wir dachten, dass sie uns zum Fluss führt. Dabei müssen wir so verloren ausgesehen haben, dass uns ausgerechnet eine englischsprachige junge Frau fragte, ob sie uns helfen könnte. Ihr Deutsch war gut, aber ab und an schlich sich ein in dem Moment unübersetzbares Fachwort in ihre Tipps mit ein. Am Ende riet sie uns noch, in die und die direction zu gehen, weil wir dann auf eine wunderschöne Fusgaenger-Bridge zukommen würden. Damit meinte sie den Kabelsteg, den man ganz unten in dieser Bildreihe sieht, und dessen Reling sich wunderbar als Stativ-Ersatz eignete.

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Gespeist haben wir an dem Abend übrigens im Fraunhofer – ein uriges Wirtshaus und Theater in der Isar-Vorstadt, in dem es wieder deftigste Kost gab (wie um alles in der Welt „verarbeiten“ die Stammgäste die nur?) und in dem wir dieses Mal wirklich nur von Bayern und ihrem lustigen Dialekt umgeben waren. Auch hier waren wir wieder nicht alleine am Tisch (dieses Mal aber mit weniger Berührungsangst) – an einem Mittwoch Abend ist so ein Lokal natürlich brechend voll…

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Die Heimfahrt war am nächsten Tag für 12 Uhr geplant – gerade genügend Zeit, um noch einmal zum Stachus zu fahren und die restlichen Bilder – dieses Mal sogar bei Tageslicht – zu verknipsen. Aber es gab noch einen anderen Grund: Auf der Suche nach einem Bankautomaten stolperten wir an unserem ersten Abend in München in einer Seitengasse über einen kleinen Fotoladen – der wegen Umzug mit großzügigen Rabatten auf alle Filmkameras warb! Mir fielen fast die Augen heraus und ich hätte weinen können, weil der Laden natürlich schon geschlossen hatte und wir ihn wahrscheinlich nie wiederfinden würden…  bis wir entdeckten, dass unsere Straßenbahn direkt in der Nähe hielt und der Laden täglich um 10:30 Uhr öffnete. Das gab mir genau eine Stunde Zeit, mich durch die unzähligen Liebhaberstücke und Schätze zu wühlen – und mit einer kleinen Voigtländer Vito BL in den Zug gen Heimat zu steigen 🙂

Diese letzten Bilder entstanden noch mit meiner Praktica, die ich ursprünglich für München mitgenommen hatte. Die Voigtländer befindet sich gerade in ihrer ersten Test-Phase – ich bin gespannt!München (22)

München (20)München (24)München (23)
Servus München!

{Kamera: Praktica MTL 3,  Film: Lomography Lady Grey 400}

Lomo Challenge IV: Porträts & Herbst

Sind schon wieder 2 Wochen um? Na nee, das glaub ich jetzt nicht. Wer hat hier an der Uhr gedreht? Freiwillige vor!
Heute nun das fulminante Finale der Lomo Challenge, inszeniert von FeeistmeinName.  Das bedeutet, dass nach „Perspektive“ und „Markttag“„Lieblingsort“ und „Lichtspiel“ sowie Spiegelung & Alltag nun die letzten beiden Themen „Portäts“ und „Herbst“ an der Reihe sind (und mal eben 6 Wochen vergangen sind). Infos zu Kamera und Film seht ihr wie immer, wenn ihr mit der Maus über die Bilder fahrt.

Porträts. Ich muss gestehen, vor dieser Challenge hatte ich ein bisschen Schiss und war ganz froh, dass ich das Thema erst am Ende der Challenge ‚dran‘ war. Natürlich dachte ich, pft,bis dahin hast du ja noch massig Zeit, superkalifragilistigexpiallegetische Porträts zu schießen. Genau. Gemacht habe ich 3 Stück (das Attribut superkalifragilistigexpiallegetisch ist hier optional). Oh, bis 4 zählen schaffe ich gerade noch, das erste Bild ist nur schon etwas älter (meine Oma darf das;).
Ich würde die Kunst der Porträtfotografie gerne einmal lernen. Mich auf den Hosenboden setzen, Tipps und Theorie studieren und sie den ganzen lieben langen Tag lang an einem (armen) Freiwilligen ausprobieren und mir Notizen machen. Ich denke mal, so 2016 wird das bestimmt etwas (wer Lust hat, Modell zu stehen, kann sich gerne bei mir melden, es gibt auch Kuchen;).
Es gibt zwar ein paar Porträt-Lomos, die ich richtig gerne mag, wie zum Beispiel das Bild von meiner Cupcake oder von dieser Meerjungfrau hier, aber Hand aufs Herz: das waren alles Glücksgriffe – Momente, in denen Licht und Pi mal Daumen es gut mit mir meinten.

Meine Oma ist das Fotomodell in unserer Familie. Ich dachte, ich hätte einfach Glück gehabt und sie hätte die Kamera vielleicht gar nicht bemerkt, aber meine Oma ist ein ausgefuchster Profi. Auch auf alten Fotos ignoriert sie gekonnt jedes Blitzlichtgewitter, hat den Blick stets abgewandt, als ob dort niemand wäre, der mit der Kamera direkt vor ihrer Nase herumfuchtelt. Dufte, diese Frau.

Bei ‚Porträts‘ spielt mir das Licht gerne mal einen Streich, aber nach monatelangem Blende-Zeit-Rätselraten habe ich mir jetzt endlich eine Lichtmesser-App heruntergeladen! Wird demnächst (Party, gruselige Lichtverhältnisse, Blitz bleibt zu Hause) auf Herz und Lomos getestet.

Herbst. Mit dem Herbst halte ich es wie marcel2cv. Er hat drüben auf der Lomo-Seite nämlich einen Artikel mit ganz wunderbaren Fotografien von St. Peter-Ording veröffentlicht. Dazu schreibt er, dass der Herbst nicht immer mit „dicken Laubhaufen“ einhergehen muss. Recht hat er. Und mit seinen Bildern fängt er tatsächlich diese lieblich-raue Jahreszeit ein, ohne dabei ein einziges buntes Blatt zu zeigen. Das hat mir sehr imponiert. In die Herbst-Klischee-Falle bin ich natürlich trotzdem getappt. Nun denn. Hier kommt ein ganzer Schwung Herbst aus dem bunten Norden!

Aber ganz ehrlich, die meiste Zeit sieht es eher so aus-

Ein Klassiker im Herbst, oder? Wann geht man eigentlich sonst Drachen steigen (wenn er denn tatsächlich mal länger als ein paar Sekunden in der Luft bleibt…immer diese Windlöcher 😉

Zwischen diesen beiden Bildern liegen nur 3 oder 7 Minuten-

Zurück zu den heimischen Blättern und Beeren-

Dazu ein Self-made Redscale-Bildchen (bald mehr in einem DIY)-

Zum Schluss noch in paar Herbst-Impressionen aus dem letzten Jahr-

Inzwischen sieht es um uns herum jedoch etwas kahler aus, ich hoffe nur nicht wieder bis…Mai?!

Und als alter Frosty-Fan muss ich an dieser Stelle natürlich eins meiner Lieblingsgedichte zitieren:

Nothing gold can stay.

(© Robert Frost)

So sieht’s aus!

 

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Conny

Lomo Challenge III: Spiegelung & Alltag

Leute, ich bin völlig fertig. Aber ich will diese Lomo Challenge unbedingt durchhalten, auch wenn sich sonst nichts mehr auf diesem Blog zu bewegen scheint 😉 Ich verspreche, dieses Jahr nicht mit einem Knall zu beenden, sondern das nächste mit einem Bäng zu beginnen, ihr werdet schon sehen! (denn darum geht es hier zur Zeit nur…)
Heute nun die dritte von vier Lomo Challenges, frisch serviert von FeeistmeinName. Bergfest war gestern, heute gibt es Spiegelei und Alltagsschmaus. (Die Bilder selbst haben dann aber nichts mit Essen zu tun;)
Wenn ihr mitmachen wollt – ihr habt noch ’ne Chance! In 14 Tagen ist Finale und bis dato gab es schon etliche Leckereien Werke zu den Themen „Perspektive“ und „Markttag“ sowie „Lieblingsort“ und „Lichtspiel“.
Vielen Dank auch für eure vielen Kommentare und Komplimente letztens. Ich bin so rot geworden, wie mein Redscale-Film hier 😉 Zu meinen Favoriten aus der letzten Challenge gehören die Schwarz-Weiß-Fotografien von Hier so…, die gerne mit Worten jongliert und der Lichttanz auf Geschwister Gezwitscher, echt schön, schaut mal vorbei!

Zu den Themen heute nur ein paar Schnappschüsse (außer beim 2. Bild, da habe ich mir Mühe gegeben…)

Alltag.

Ich mach‘ was mit Büchern… Ein geflügelter Satz hier in der Branche, aber so ist es! Und Sandra Bullock ist nicht ganz unschuldig daran (wer den Zusammenhang sieht, kriegt ’nen Lutscher!).
Im echten Leben arbeite ich in einem kleinen Verlag hier im Norden. Und unter uns, ich gehöre zu der Randgruppe von Leuten, die sich nach 17 Uhr die Buchstaben von der Hose streifen und sich Literaturverfilmungen im Kino anschauen.
Der ein oder andere hat es vielleicht schon mitbekommen…im Blog gibt es immer mal wieder Buchvorstellungen von neuen Filmen. Zuuufällig ging es darum auch in meiner Abschlussarbeit, die in ein paar Wochen als kleines Büchlein erscheinen wird, chihi. (Natürlich nicht in unserem Verlag, das wäre ja zu einfach 😉
Das Bild enstand übrigens auf der diesjährigen Frankfurter Buchmesse, Halle 8.

Wisst ihr noch? Damals, als die Sonne schien, als man mit Vogelgezwitscher aufwachte, noch bevor der Wecker klingelte und man jodelnd die Berge hinuntersauste. Gelegentlich peitschte einem ein Brombeerstrauch ins Gesicht, weil man sich nochmal und nochmal nach dem jungen Reh umdrehte, das nur wenige Meter vom Weg entfernt stand. Damals im Sommer bin ich mit dem Fahrrad zur Arbeit gefahren, war völlig außer Atem und nur leicht verschwitzt in meinem Verlag angekommen, das rechte Hosenbein schon wieder besudelt. Ein Traum.
Jetzt ist es schon fast duster, wenn man nach Hause kommt und bald … Nee, da kann ich jetzt wirklich noch nicht drüber nachdenken. (Winter, ugh!)

Wenn mal gerade kein Rehlein zur Hand ist, gibt es zumindest immer irgendwo eine Herde Schafe. Auf die ist Verlass. Sie stehen jetzt schon eine ganze Weile in der Nähe vom alten Gutshaus und nachdem ich das 12. Mal mit dem Autoradio auf volle Pulle an ihnen vorbeigerauscht bin (ja, ich höre Ndr2), hatte ich im letzten Monat endlich mal eine Kamera auf dem Beifahrersitz liegen. (Und irgendwie scheinen gerade alle Kameras mit Redscale-Filmen besetzt zu sein; Lubi, Diana…es bleibt rot!)

Und auch an diesen majestätischen Herren radel(t)e ich jeden Tag vorbei.

Spiegelungen.

Ach, ihr wisst es doch schon längst, ich liebe sie einfach! Egal in welcher Form, ob als doppeltbelichtetes Ungetüm hanseatischer Lieblings-Architektur…

…im gewölbten Schaufenster um die Ecke oder in den Herzen meiner Freunde…

…am Bahnsteig…

…oder als Sonnenuntergang im Stallfenster!

🙂

Macht ihr auch mit bei Fee’s Lomo Challenge? Dann hinterlasst doch euren Link im Kommentar and spread the lomolove – bin gespannt!

Bis zum Finale,

Conny

Teil I der Lomo Challenge: Perpektive & Markttag

Teil II der Lomo Challenge: Lieblingsort & Lichtspiel

Lomo Challenge II: Lieblingsort & Lichtspiel

Willkommen zu Fee’s Lomo Challenge Teil 2! Einen Monat lang hatten wir Lomonauten Zeit, uns in der Welt nach Fees vorgeschlagenen Themen umzuschauen und essenzielle Lomo-Frage zu stellen: Wen könnte ich noch zu einem Portrait verdonnern überreden, wo versteckt sich der Herbst? Sollte man ihn crossen oder stiehlt man ihm damit die Farben?
Fortan gibt es alle 14 Tage die Ergebnisse zu je zwei Themen, die Premiere fand letzte Woche unter den Mottos „Perspektive“ und „Markttag“ statt.
Wenn ihr auch gerne lomografiert oder noch eine analoge Kamera herumstehen habt, dann macht doch einfach mit! Der eingelegte Film von 1996 muss schließlich irgendwann mal voll werden 😉 Die Challenge läuft noch bis Ende November.
Mir hat es jedenfalls riesigen Spaß gemacht, bei anderen Bloggern zu luschern; man wurde schier geblendet von den vielen bunten Markttagen, von den Vogel- und Froschperspektiven. Aber es waren auch wunderbar leise Bilder dabei, wie z.B. der eingefangene Regen auf Meine Glasglocke oder die kleinen Blumenmonster auf Candeeland.
Und heute geht’s weiter! Für den zweiten Teil der Lomo-Challenge hat Fee ein L gezogen. L wie Lichtspiel und Lieblingsort. (Und wenn ich mir die Bilder so anschaue, schleicht sich noch heimlich ein drittes Thema ein: Rot! (in leicht abgewandelten Nuancen…)
Dieses Mal will ich mich sogar an die Regeln halten. Heute gibt es ausschließlich frische Bilder, die ich für diese Lomo-Challenge aufgenommen habe. Und es sind genau 4 Stück, welch großartige Ausbeute. Alle anderen, nach Aufmerksamkeit schreienden „alten“ Bilder habe ich zurück in die Schublade verbannt! (>.<)

PS: Kamera und Filmmaterial erscheint wieder, wenn ihr mit der Maus über das Bild streicht.

Lieblingsorte.

Das Schöne an Lieblingsorten ist, dass sie ziemlich flexibel sein können, je nach Stimmung. Und sich manchmal einfach zwangsläufig verändern. Als ich noch am Meer gewohnt habe, bin ich, je nach Wetterlage, abends aus dem Fenster geklettert, hab die Beine baumeln lassen und überprüft, ob die Sonne auch wirklich keinen Laut von sich gibt, wenn sie aufs Meer trifft.
Das war mein Lieblingsort, zumindest im Sommer. Heute ist er es nicht mehr, denn in dem Haus wohnt inzwischen eine andere Familie (oder Familien, denn es ist jetzt ein Ferienhaus).
Dafür ist die Nähe zum Wasser ein Lieblingsort geblieben, egal ob auf, im oder unter Wasser, ist ja kein Geheimnis. Oben im Bild seht ihr übrigens unseren Bodden, eine Art inneres Küstengewässer (also Lagune^^) zwischen dem Festland und der Landzunge Fischland/Darß mit Zufluss zur Ostsee.

Dort, wo ich zur Zeit hause, ist das Meer zwar nie weit, aber auf dem Weg dorthin kommt man an vielen Seen vorbei, die das Kieler Vorland schmücken.
Hm, kann sich zufällig noch jemand an die ARD-Vorabendserie Sternenfänger erinnern? Dort gab es von Dienstag bis Freitag immer um 10 vor 7 dramatische coming-of-age Geschichten mit Oliver Pocher als unverstandener Sohn aus reichem Haus und Nora Tschirner als … Nora Tschirner, 10 Jahre vor Keinohrhasen, gleiche Rolle. Im Vorspann (unglaublich, an wie viel man sich erinnert, kann man das löschen?) saß die Clique auf einem Steg, ähnlich wie bei Dawson’s Creek, und ich fand dieses Bild, oder zumindest die Vorstellung davon, ur-romantisch und herzerfüllend. Öhm… ja. Von da an wollte ich unbedingt in einem Haus am See wohnen, aber nur mit Steg. Peter Fox tat sein Übriges.
Jetzt habe ich meinen Steg und ich muss euch leider sagen: er müffelt. Man sieht es zwar nicht auf dem Bild, aber ich traue mich kaum 2 Schritte auf ihn zuzugehen. Eine wackelige Angelegenheit.
Wen mann es dann aber Indiana Jones-mäßig bis ans Ende des Stegs geschafft hat, wird man mit einer herrlichen Aussicht belohnt und kann sich entspannt auf den wettergegerbten Brettern niederlassen. (Meine Beine möchte ich aber trotzdem lieber nicht ins Wasser halten, aus, ehm, hygienischen Gründen.. 😉

Lichtspiele.

Dieses Bild entstand unweit der Steg-Romantik und wurde ebenfalls mit einem Redscale-Film aufgenommen, wie man gar nicht so leicht erkennen kann! Das Licht an diesem Tag war sehr verspielt und warm, überall funkelte und blitzte es zwischen den Bäumen hervor. Der See dahinter ist übrigens der Westensee, ein sehr netter See. Nett und…seicht.

Ende des Sommers bin ich gefühlte 24 Mal in dieses Feld gelaufen. Morgen ist bestimmt alles weg! rief ich den Leuten zu und rannte schon beim geringsten Anzeichen eines rot-roten Sonnenuntergangs in Puschen und Mantel in die Gerste. Mittlerweile könnte ich ganze Wände damit plakatieren. Gerste in Silhouette (in diesem Bild eher im Hintergrund…), Gerste in X-Pro, Gerste in digital, you name it, denn rot-rote Sonnenuntergänge gab es dieses Jahr schöner Weise zuhauf. Und auch die Gerste stand am nächsten Morgen noch stramm auf ihrem Feld…bis vor Kurzem zumindest, jetzt ist sie wirklich weg.

Macht ihr auch bei Fee’s Lomo Challenge mit? Dann hinterlasst doch euren Link im Kommentar and spread the lomolove – bin gespannt!

Bis zur nächsten Challenge,

Conny Red

Teil I der Lomo Challenge: Perpektive & Markttag

Lomo Challenge: Perspektive & Markttag

Ich hab ja meinen Markt und meinen Fluss, singt Herr Poisel. An dieses Lied musste ich denken, als Fee zur Lomo-Fotochallenge einlud und die Schilder zu den ersten Themen hochielt: Perspektive und Markt. Ungefähr einen Monat (gefühlte 4 Tage) gab sie den Lomo-Anhängern Zeit, um diese Wörter auf Papier zu bannen, entwickeln zu lassen und zum richtigen Zeitpunkt hochzuladen.

Heute startet Teil 1 des Staffelaufs, bei dem wir uns alle ein paar ausgewählte Lomographien in die Hand geben. Einzige Bedingung war, dass man tatsächlich losstiefelt und diesen Themen mit der analogen Kamera auflauert. Das habe ich auch getan, ehrlich. Zumindest bei einigen Bildern. Aber dann erinnerte ich mich noch an die vielen anderen Bilder in meinen Ordnern, die dieses Kriterium erfüllen und schon seit Monaten darauf warten, auch mal herumgereicht zu werden, wie dieses oder jenes Bild. Aber da sie hier wahrscheinlich nie auftauchen werden, taten sie mir auf einmal leid und hier sind sie nun, vermischt mit brandaktuellen Lomos.

Ich werde mein Bestes geben, Film und Kamera zum jeweiligen Bild zu nennen, sofern es denn die Erinnerung zulässt… Wenn ihr mit der Maus über die Bilder fahrt, müssten sie erscheinen.
Ich freue mich schon auf die Beiträge anderer Lomoherzen und darauf, ein paar neue Lomo-Blogs und Blogger kennenzulernen – Lomo on!

Perspektive.Lubitel Lomo CN 400

Hatte ich schon erwähnt, dass ich beim Lubitel-Supersale letztens zugeschlagen habe? Habe ich. Und dieses Bild kommt direkt von der ersten Rolle.
Ich bin richtig verliebt in diese Kamera. In ihre Schärfe und ihren Charme, hach. Vor lauter Aufregung ist sie mir gleich beim zweiten Film heruntergefallen, aber keine Angst, ihr ist zum Glück nichts passiert (ich wäre sonst in Tränen ausgebrochen).
Dafür macht es unheimlich viel Spaß, von oben in die Kamera zu schauen, das Motiv auf der Mattscheibe scharfzustellen und mit einem nostalgischen Klick abzufeuern. Weitere Lubitel-Bilder folgen in den nächsten Challenges (es werden insgesamt 2 x 4, also je zwei Challenges in einem Blog-Beitrag zusammengefasst).

Und hier kommen schon die nächsten Bilder, die mit besonderer Perspektive ein wenig Eindruck schinden möchten. Ähem.
Die fischdosige La Sardina kann man schon mal in den Sand legen, da fühlt sie sich fast wie zu Hause. Und seht ihr die Möwe rechts im Bild? Ist direkt auf den Leckerbissen aufmerksam geworden! Ins Meer geht man dann aber doch lieber mit der Krabbe (dem roten Unterwassergehäuse für die LC-A).
Ein richtiges Spiel mit der Perpektive bringt die klassische Zweifachbelichtung. Alles steht Kopf? Bordstein über statt unter dem Baum? Alles möglich mit der Doppelbelichtung, die die physikalischen Gesetze mit 2 Klicks aufhebt. Unten links: Die Stadt in der Stadt – Blick von Stralsund auf Stralsund. Und zum Schluss noch mal ein Lied: Upon the fields of baarleeeey.

Markt.

Eigentlich wollte ich euch mit auf den Trödelmarkt nehmen, aber leider wurden die Bilder nicht rechtzeitig fertig.
Dafür gibt es herbstlich bunte Tische mit Leckereien aus lokalem Anbau (die nicht so richtig scharf werden wollten) und ein kleiner Ausschnitt aus einem Antik-Markt.

Habt ihr auch ein paar Bilder zu diesen Themen? Vielleicht sogar in analog? 🙂

…und damit verabschiede ich mich zur Buchmesse, adios!

Nostalgie

Auf diesen Post freue ich mich schon eine ganze Weile!
Wisst ihr noch, wie es war, mit Einwegkameras herumzufuchteln? Vielleicht hattet ihr auch die Unterwasser-Deluxe-Edition? Ein Klick und los, ohne groß darüber nachzudenken oder sich lustige Kameraeinstellungen überlegen zu müssen. Und das beste: man brauchte noch nicht einmal den Film wechseln, sondern gab gleich die ganze Kamera im Fotoladen ab. Heraus kamen zwar selten Fotos extraordinaire, aber dafür gab es mehrstimmiges Gekicher im Hintergrund und immer jemanden, der verlangte, die Nahaufnahme von seinen Nasenlöchern sofort zu verbrennen. Außerdem durften die Bilder auch ruhig mal betatscht werden. Und irgendIMG_0150wie ähneln die Fingerabdrücke auf dem Hochglanzpapier denen, die wir heute nicht mehr von unseren Smartphones kriegen.
Was passiert, wenn wir heute statt Einwegkameras das Handy nehmen? –Klick– und los, also viel hat sich da eigentlich nicht geändert. Der Spaß unsere Schnappschüsse mit anderen zu teilen, ob online oder mit dem Gegenüber, ist der gleiche, nur weiter verbreitet, wenn man sich die Statistiken aus der Werbung auf der Zunge zergehen lässt. Aber es gibt sie trotzdem noch, die Einwegkameras. Sie hängen versteckt in den Fotoecken der Drogeriemärkte oder liegen in den Grabbelkiste der Fotoläden.
Anfang September habe ich mir eine geschnappt, die Verpackung aufgerissen und ein Experiment gestartet, das mich hinterher an diese Grafik erinnerte:pictures_we_didnt_take_before_digital_cameras by 20px
Fotos, die wir mit analogen Kameras nie gemacht hätten.

 

Ich mag es, wenn Leute auf mich zu kommen und sich für Lomography interessieren, für diese knallige Art der analogen Fotografie. Und oft kommen dann Fragen wie:

Fotografierst du analog anders als digital?
Ist dir das Geld für Filme und Entwicklung nicht zu schade? 
Stört es dich eigentlich, mit deinen Bildern nicht sofort online gehen zu können?

Und meistens, wenn nicht gerade Monatsende ist, antworte ich darauf mit Ja, nein und jein.
Zur ersten Frage gibt es gleich ein paar Bilder, denn das ist heute Thema. Zu den anderen beiden sage ich einfach: Jedes Hobby kostet irgendwann Zeit und Geld. Ich lasse dann später einfach das Golfen weg. Aber im Ernst – manchmal tut es schon ein bisschen weh, wenn ich mir z.B. die Preise für eine schwarz-weiß Entwicklung ansehe oder 3 Tage länger als gedacht auf meine Bilder warten muss. Aber wenn ich dann einen Film einlege, der vielleicht gar nicht mehr hergestellt wird, ist das wie ein kleiner Schatz. Ein Schatz, zu dem es nicht mehr viele Landkarten gibt.
Aber zurück zum Experiment. Ich kaufte mir also eine Einwegkamera (Kodak, ISO 800) und knipste alles von dem ich dachte, och, dat jäb doch bestimmt ein nettes Bild.
Ich dachte wirklich nicht weiter darüber nach, was ihr auch gleich sehen werdet, denn bei einigen Bildern habe ich prompt den Blitz vergessen (Blitz? Was ist denn das? Aber ja, den gibt es bei Einwegkameras!). Um den digitalen Vergleich anzutreten, habe ich auch einige Momente mit meinem iPhone aufgenommen. Aber welche Bilder von denen da unten digital sind, verrate ich euch noch nicht 😉
Als ich nach knapp 2 Wochen dann die entwickelten Bilder in der Hand hielt, gab es überraschenderweise eine Menge Parallelen zur erwähnten Grafik und dafür gibt es meiner Meinung nach genau zwei Erklärungen:
1. Mein Unterbewusstsein hat diese Grafik sofort abgespeichert und folglich alle fotografischen Aktionen mit der Einwegkamera aktiv gesteuert, oder
2. Mentales Update wurde erfolgreich abgeschlossen und die Art, heute Bilder zu schießen (digital) hat sich auf meine Art zu fotografieren (analog) vollständig übertragen, sodass ich quasi digital analog fotografiere. Oder man nennt es Zeitgeist.
Damit ihr seht, dass mir mein Unterbewusstsein hier kein Schnippchen geschlagen hat, stelle ich nochmal jeweils ein oder zwei Lomo-Bilder hinten an, die ich im Laufe der letzten Monate unter ’normalen‘ Umständen aufgenommen habe.

 

New Possessions – Neue Besitztümer
Analoge Eroberungen werden akribisch dokumentiert, hier im Bild eine Ritsch-Ratsch-Kamera. //So einen Oberlippenbart kann man sich gut stehen lassen. // Und im Herbst erwachen die Drachen.
Selfies – Selbst-‚Portraits‘
Für die klassische „ich-streck-meinen-Arm-aus-und-halte-einfach-mal-drauf“ Aufnahme finde ich die Benutzung von digitalen Endgeräten tatsächlich effektiver – trotz der lauernden Gefahr, in die Schmollmund-Falle zu tappen (hier schießt man von oben links oder oben rechts, steht bei mageren Lichtverhältnissen im Bad (um den Blick vorher noch einmal im Spiegel zu üben) und zieht, große Augen machend, einen deftigen Schmollmund. Beispiele gibt es in den sozialen Netzwerken zu Hauf, bei der Altersangabe einfach 13-17 eingeben.) Allein für dieses unheimliche Selbst-Bild habe ich gefühlte 9 Anläufe gebraucht, unvereinbar mit den limitierten Aufnahmen eines Rollfilms. Zudem kommt einem bei der Arm-austreck-Methode mit einer analogen Kamera oft die geringe Distanz zum Kopf in die Quere und die Ergebnisse werden manchmal unscharf oder es ist alles scharf gestellt, nur nicht das eigene Antlitz. Nicht gerade das, wofür man sich aufgestellt hat. Dafür gibt es in der analogen Fotografie großartige Alternativen, die schnell über dieses kleine Defizit hinwegtrösten. Eine Möglichkeit wäre natürlich ein besseres Objektiv, kostengünstiger kommen da allerdings Selbstauslöser und das Spiel mit dem Spiegel. Das Wörtchen Spiegel darf man hier großzügig interpretieren – ob Handspiegel, Fensterscheibe oder Pfütze – alles geht und bringt oft unerwartete Glanzstücke hervor. Und zur Not kann man ja immer noch seinen Gegenüber fragen, ob er kurz mal aufs Köpfchen drücken könnte, während man vor der Freiheitsstatue posiert.

Bahaha, oh Gott, so sehe ich überhaupt nicht aus! Seht ihr, was ich meine?!
 
Note to self – Notiz an mich
Was wollte ich hier nochmal? // Der Herbst ist da. // Diesen Winter warm anziehen.
Shoes – Schuhe
Ich liebe Schuhaufnahmen. Nicht so sehr die Schuhe, sondern das drumherum. Ich finde, diese Bilder sind wie ein kleines Reisetagebuch und haben etwas Dynamisches. Ich fotografiere gerne Landschaften, aber sobald ein paar Schuhe mit im Bild sind, fühlt sich dieser Moment irgendwie echter, gelebter an. So, als könne man sich noch genau daran erinnern, wie man wenige Minuten später den Schirm aufspannte oder wie viel Verspätung der Zug nach Kiel hatte.
Food – Essen
Mais direkt vom Maisfeld neben der Hühnerfabrik – da kann man schon mal zugreifen // Eine Runde Giotto Saison-Eis, mmmmm! // Darf’s ein bisschen mehr sein? // Nutella auf einem Festival ist wie Duschen mit warmen Wasser – eine Rarität, von der man erst sprechen sollte, wenn sie alle ist 😉
Pets – Tiere
Sind sie nicht herzallerliebst? (Naja, bis auf die Taube..) Wie kann man hier nicht abdrücken wollen? Da nehm‘ ich, was ich zuerst zu fassen kriege – Handy, Einwegkamera, Lomo…
Tickets
Tickets für eine Fahrt mit der Krake, mit dem Zug und fürs Hurricane.
Signs – Schilder
Solche Wortspiele dürfen nicht unbemerkt bleiben! // Bei Rot bleibe stehn, bei Grün kannst du gehen. // Auf die Größe kommt es an.
Sky – Ist der Himmel noch da?
Ist er, sogar in allen 3 Aufnahmen.  Am spannendsten finde ich aber Doppelaufnahmen, die sich mit wolkenverhangenem Himmel wunderherrlich gestalten lassen, wie z.B. beim Wolkenschiff.
 
Meaninglessly Meaningfully artistic

Kunst und Raffinesse lauern überall!

Multiple Shots
Klappen meist besser als Selfies – irgendjemand hat halt immer den längeren Arm (vorausgesetzt man beachtet die Lichtverhältnisse…).
Bringen lustige Erinnerungen zurück und schließen gelegentlich Gedächtnislücken. Daher ist es immer gut, Urheber solcher Bilder zu sein 😉
Die Einwegkamera und das Smartphone
Aus technischer Sicht: Eigentlich kann man nichts an dieser Kamera einstellen, keine Blende, keine Belichtungszeit und schon gar keine Brennweite – andererseits kann man das bei Instagram und Co. auf dem ersten Blick auch nicht, oder? Und damit hebt sich das Ganze meiner Meinung ein wenig auf – wenn man keine Einstellungen zu beachten hat, kann man auch nicht viel falsch machen, also warum nicht einfach drauflosknipsen?

Aus lomografischer Sicht: Cross-Processing? Nur in die eine Richtung, also Entwicklung in E6, bei der man überbelichten sollte. Doppelbelichtungen? Fehlanzeige. Aber es gibt genügend Tutorials wie man diesen Film aus der Einwegkamera heil herausbauen und noch einmal verwenden kann…und dann bekäme man Doppelbelichtungen im Recycle-chic.

Früher legte man auf Hochzeiten unzählige Einwegkameras auf die Tische, heute leiht man sich eine Fotobooth, die mit Polaroids im Mini-Format bespaßen. Das nostalgische Gefühl wird bleiben. Ist analoge Fotografie also die neue Schallplatte?

 

Der Fortschritt und die Nostalgie
Wie heißt es in der Grafik? Fotos, die wir mit analogen Kameras nie gemacht hätten. 
Oder: So verschwenderisch wäre man früher nie mit Rollfilmen umgegangen. Und auch so: Die Versuchung einfach abzudrücken und alles festzuhalten ist heutzutage keine Versuchung mehr, sondern Alltag.
Egal welcher Spruch, der Grundtenor ist immer der gleiche – digital fotografieren wir anders. Schneller, mit weniger Bedacht und einem flüchtigeren Auge.
Neben meiner Zeitgeist-Theorie haben sich digitale Fotografen meiner Meinung nach aber nur ein moderneres Gegenstück ausgesucht. Sofern man sich nicht plötzlich lieber für Modelleisenbahn interessiert, werden diejenigen, die früher mit analogen Super-Spiegelreflexkameras hantierten, sich auch mit den digitalen Modellen viel Mühe geben. Und Fans von Einwegkameras zücken doppelt so schnell ihre Smarttelefone. Soviel zu den beiden hypothetischen Extremen.
Dass der Profifotograf ebenfalls nach seinem Handy greift, wenn plötzlich ein Elefant mitten in der Stadt steht, ist ja klar. Das ist eben das Nette am technischen Fortschritt, warum sollte man da stehenbleiben? Interessant ist aber dennoch zu beobachten, wie viel Software, Apps und Programme es inzwischen gibt, um analoge Feinheiten wie Korn, farbliche Schattierungen und Film-Emulsionen bestmöglich nachzuahmen, und das in unterschiedlichen Preisklassen.

 

Letztendlich ist es aber gar keine Frage von Fortschritt oder Nostalgie, von digital oder analog. Am Ende steht eigentlich nur die Frage, was uns wichtiger ist: Den Moment für alle Ewigkeit festzuhalten oder ihn in genau diesem Augenblick zu erleben. Starren wir wie gebannt auf den Elefanten, der schnurstracks in Richtung Bäckerei marschiert oder kramen wir in unserer Handtasche nach unserer Kamera oder Handy? Haben wir den Moment, in dem der Elefant 3 Mischbrote klaut, in 10 Jahren wieder vergessen oder stolpern wir in einem alten Fotoalbum über diese Erinnerung?

 

Was zählt?

 

Und jetzt die Auflösung zum Bilderrätsel: Jeweils das allererste Foto aus einer Bilderreihe (oder -ansammlung) stammt aus der Einwegkamera!
 
Einwegkamera, Entwicklung und Zeitaufwand wurden freundlicherweise von TIWWL gesponsert. Meinen Senf gibt es unzensiert und gratis dazu.

Sommerloch? Poste ich eben Tierbilder.

OK, ok, der Sommer mag fast vorbei sein, aber eine Grundregel in meinem Job lautet: Tierbilder gehen immer. Hehe.

Letztens habe ich Fotos abgeholt, auf denen mal wieder 1-2 Pferde hervorlugten. Mittlerweile bin ich fest davon überzeugt, dass Pferde die heimlichen Models unter den Tieren sind. Egal ob alt oder Schimmel, in Farbe oder Schwarz-Weiß, ob Conny einfach drauflos knipst oder sich tatsächlich mal Gedanken um Kameraeinstellungen macht – am Ende erscheinen sie irgendwie immer grazil und fesch auf den Papierfotos.

Aber vielleicht bin ich auch nur prädestiniert, denn schließlich gab es mal (oder immer noch?) ganze Buchreihen, Zeitschriften und sogar einen Schlager, die alle von dieser Conny vom Ponyhof erzählen. Ausgerechnet. Denn nachdem mir mal ein Pferd auf den Fuß getreten war, und da auch irgendwie nicht mehr runter wollte, hatte ich erstmal genug von diesen Hünen.

Bis ich in der wilden Natur Kanadas einen Vollblüter von A nach B ritt, zusammen mit der Besitzerin, die auf einem anderen Pferd vorausgeritten war und nicht viel von Pferde-Transportern hielt (es war sogar so wild, dass mir im Galopp die Haarnadeln aus der Hochsteckfrisur flogen, wenn das keine schöne Stadtmädel in der Wildnis-Metapher ist).

Aber das war leider die Ausnahme und nicht vergleichbar mit deutschen Reitstunden (ich hatte ein paar) und gesitteten Ausritten. Mein Kinderzimmer war also nicht bis in die hintersten Ecken mit Pferde-Postern zuplakatiert…aber vielleicht fange ich demnächst mal damit an. Ein 9×13 Foto hängt jedenfalls schon an der Wand…

Ehrlich, was für eine seltsame Symbiose zwischen meiner Kamera und Pferden. Diese Tiere wissen einfach, wie man mit der Kamera spielt und sich gekonnt in Positur wirft 😉

Zwischendurch habe ich auch mal versucht, andere Tiere lomografisch festzuhalten. Leider ohne großen Erfolg, wie man sieht:


Lasst das Wochenende gemütlich ausklingen,
Conny (nicht vom Ponyhof)

Weekly Photo Challenge: Sea

usedom_strand

Wie könnte ich diese Challenge ignorieren?! Conny und das Meer, 4ever and ever. Hier auf Lomoherz wurden schon so einige Meer-Bilder verbraten und demnächst kommt nochmal ein nigelnagelneuer Schwall Fotos aus meinem Urlaub und auch die ersten Bilder von meiner Unterwasser-Expedition hinzu…

Dieses Bild entstand jedenfalls auf Usedom, aufgenommen im Mai 2009. Ich kann mich noch gut daran erinnern, denn in diesem Kurzurlaub wagte ich die ersten Schritte mit meiner just-ersteigerten LC-A. Sie kam noch gerade rechtzeitig vor meiner Abreise an, sodass ich kaum Zeit hatte, mich richtig mit ihr vertraut zu machen. Daher knipste ich einfach munter darauf los – und was es für tolle Motive gab! Die wunderschönen Ostseebäder samt Seebrücken, ein viktorianischer Jahrmarkt mit Hochradfahrern und Kettenkarussel, eine lustige Bimmelbahn und unser Hotel war ebenfalls ein pittoresker Traum.
Nur blöd, dass ich vergessen hatte Batterien in die Kamera einzulegen…
Das Bild oben wurde also nicht lomografisch aufgenommen, sondern mit einer vollautomatischen analogen Kamera, die meine Mutter damals noch benutzte. Schön finde ich es trotzdem und ich muss jedes mal schmunzeln und dann gleich mit dem Kopf schütteln, wenn ich an die vertanen Chancen denke, die meiner eigenen Schusseligkeit geschuldet sind. Soo typisch 🙂

As I am living close to the Baltic Sea, this challenge was too good a chance to pass up!
The picture was taken on Usedom, a small island in the east of Germany. Meteorologically speaking, it is the sunniest place in all of Germany!
I remember this photo well, because it is not lomo at all. I had just bought a used LC-A and wanted to try it straight away during my short holiday break. And I did, snapping away at a Victorian-looking fair and (supposedly) capturing pictures of men riding penny-farthing bibycles.
Alas, without checking the batteries first…
Perhaps we had a gut feeling, for we were also taking quite a lot of pictures with my Mom’s camera. Back then she was still using her analogue one, which was even more of a toy camera than the lomogrpahic ones, minus the lomo features. Push the button and the film gets automatically transported forward – you don’t have to worry about a thing.
But at least she had some batteries in there 🙂

Even though it is missing a proper foreground and always reminds me of all the passed opportunities, I like looking at this picture with the little hut and the red flag telling you that the sea is too rough today to go swimming. Notwithstanding the beach chairs, it is perhaps the most Californian place in Germany as well 😉

Kieler Woche * Kiel Week

Ok, ok. Vielleicht ist die Kieler Woche ein bisschen größer als die Hanse Sail in den heimischen Gewässern. Das habe ich mir nach meinem 1. Besuch dort (ich wohne ja erst seit 5 Jahren in Schleswig-Holstein) endlich eingestanden.
Ehrlich gesagt wäre ich beinahe wieder nicht hingegangen, denn das Seemannsgarn – es gäbe zur Kieler Woche nur Schietwetter – entwickelt sich langsam zu einer festen Bauernregel. Pünktlich zur Festeröffnung setzte nasskaltes Herbstwetter ein, das sich direkt nach dem großen Abschlussfeuerwerk wieder verabschiedete, hehe.
Am Samstag Abend lugte dann aber doch noch ein bisschen Sonne hervor und ich machte mich mit 3 verschiedenen Kameras auf den Weg nach Kiel.
Und was sah ich dort als erstes? Einen Dreimaster aus dem Heimathafen auf dem ich vor 20 Jahren mit meinem Vater Kartoffel-schälend über die Ostsee geschippert bin. Zufälle gibt’s.

Have you ever heard about or been to the Kieler Woche? Kiel Week is an annual festival in Kiel, Germany, and the largest sailing event in the world.
Kiel Week approx. gathers around 5,000 sailors, 2,000 ships, and about three million visitors each year. It started out as a ship racing championship, but has long since become one of the largest fairs in Germany. Have a look!

Kieler Woche (c) Lomoherz (0)

Sail ahoi!

LC-A, Agfa CT Precisa 100, X-Pro