München und die Fusgaenger-Bridge

Moin München!

Im Februar waren meine Kollegin und ich beruflich in München unterwegs (das wollte ich schon immer mal sagen:). Die E-Commerce Messe Internet World rief und wir kamen. Direkt aus der Nachbarstadt Kiel.

Für die Dienstreise hatte ich absichtlich kaum Kameras mitgenommen (2½ Stück nur *aufdieSchulterklopf*), weil ich schon ahnte, dass sich nicht so viele Gelegenheiten bieten würden und es die meiste (Frei-) Zeit über dunkel sein würde. Irgendwann brauchte ich dann aber doch ein wenig Lomo-Action und so gut beleuchtet, wie München war, zückte ich kurzerhand meine neue Lieblings-Alltags-Kamera und schoss in die Nacht. Der Lady Grey s/w Film war noch von letzter Woche eingelegt. Erwartet hatte ich viele helle Negative, weil ich mit Schwarzweißfotografie in der Nacht noch überhaupt keine Erfahrungen gemacht habe. Gott sei Dank war das nicht der Fall und auf den meisten Bildern kann man tatsächlich etwas erkennen 🙂

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Dieser Mann an seinem … Instrument war übrigens unglaublich; bei Melodie und Klang bekam ich richtige Gänsehaut. Straßenmusik fehlt mir.

Bisher war ich nur zweimal in München (eigentlich viermal, aber Bahnhöfe zählen nicht). Die beiden ersten Aufenthalte sind schon ganz schön lange her und es war ein bisschen so, als würde mir meine Erinnerung einen Streich spielen. Obwohl wir eine ähnliche Route abgelaufen sind, hatte ich München ganz anders im Kopf.
Nach einem Rundgang durch die Altstadt, die mir viel wärmer erschien als daheim, kehrten wir im Augustiner Restaurant ein, in dem es nur so von Amerikanern und Asiaten wimmelte. Es war uns schon vorher aufgefallen, dass wir seit unserer Ankunft noch kein richtiges Bayerisch gehört hatten und hier waren wir wohl ebenfalls in ein richtiges Touri-Nest gestochen. Nachdem wir höflich abgelehnt hatten, uns an einen fremden Tisch mit ranzusetzen, warteten wir geduldig auf ein freies Plätzchen. Ich weiß nicht, ob es wirklich etwas mit dem nachgesagten norddeutschen Gemüt zu tun hat, aber uns folgte der Wunsch nach Privatssphäre und Eigenbrötlerei mit ins Restaurant. Und wir hatten Glück – nach nur kurzer Wartezeit wurde ein Tisch für uns frei und ausgehungert wie wir waren, blätterten wir gleich im Menü, in dem leichte Kost ein Fremdwort zu sein schien. Wir kamen gerademal bis zu Tageskarte, bis ein italienisches Ehepaar an unseren kleinen Vierer-Tisch gesetzt wurde. Einfach so. Daran mussten wir uns erst noch gewöhnen. Schmecken lassen haben wir es uns natürlich trotzdem – und dieses Mal so richtig bayerisch.

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Den nächsten Tag verbrachten wir größtenteils auf dem Messegelände, um uns ordentlich über die neuesten Online Marketing Trends zu informieren. Höhepunkt war für die meisten Besucher der Vorträge allerdings etwas analoges: Anna Lena Schiller macht Graphic Recording. Das heißt, während sie sich die Vorträge anhört, filtert sie die wichtigsten Stichpunkte heraus und verabeitet diese in eine cartoonhafte und sehr charmante Infografik. In Echtzeit und mit nur 3 oder 4 Stiften, die sie sich mit einem Friseurgürtel um die Hüften geschwungen hatte. Eine witzige und originelle Idee, die Frau Schiller (oben rechts) genial umsetzt.

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Nach dem Ende der Messe und unserem Besuch im Englischen Garten – oben links im Bild ist der chinesische Turm zu sehen – wollten wir den Weg zum Restaurant nicht nur mit der Straßenbahn zurücklegen. Also stiegen wir am Maxmonument aus und liefen ein Stück Richtung Isar. Oder zumindest in die Richtung von der wir dachten, dass sie uns zum Fluss führt. Dabei müssen wir so verloren ausgesehen haben, dass uns ausgerechnet eine englischsprachige junge Frau fragte, ob sie uns helfen könnte. Ihr Deutsch war gut, aber ab und an schlich sich ein in dem Moment unübersetzbares Fachwort in ihre Tipps mit ein. Am Ende riet sie uns noch, in die und die direction zu gehen, weil wir dann auf eine wunderschöne Fusgaenger-Bridge zukommen würden. Damit meinte sie den Kabelsteg, den man ganz unten in dieser Bildreihe sieht, und dessen Reling sich wunderbar als Stativ-Ersatz eignete.

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Gespeist haben wir an dem Abend übrigens im Fraunhofer – ein uriges Wirtshaus und Theater in der Isar-Vorstadt, in dem es wieder deftigste Kost gab (wie um alles in der Welt „verarbeiten“ die Stammgäste die nur?) und in dem wir dieses Mal wirklich nur von Bayern und ihrem lustigen Dialekt umgeben waren. Auch hier waren wir wieder nicht alleine am Tisch (dieses Mal aber mit weniger Berührungsangst) – an einem Mittwoch Abend ist so ein Lokal natürlich brechend voll…

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Die Heimfahrt war am nächsten Tag für 12 Uhr geplant – gerade genügend Zeit, um noch einmal zum Stachus zu fahren und die restlichen Bilder – dieses Mal sogar bei Tageslicht – zu verknipsen. Aber es gab noch einen anderen Grund: Auf der Suche nach einem Bankautomaten stolperten wir an unserem ersten Abend in München in einer Seitengasse über einen kleinen Fotoladen – der wegen Umzug mit großzügigen Rabatten auf alle Filmkameras warb! Mir fielen fast die Augen heraus und ich hätte weinen können, weil der Laden natürlich schon geschlossen hatte und wir ihn wahrscheinlich nie wiederfinden würden…  bis wir entdeckten, dass unsere Straßenbahn direkt in der Nähe hielt und der Laden täglich um 10:30 Uhr öffnete. Das gab mir genau eine Stunde Zeit, mich durch die unzähligen Liebhaberstücke und Schätze zu wühlen – und mit einer kleinen Voigtländer Vito BL in den Zug gen Heimat zu steigen 🙂

Diese letzten Bilder entstanden noch mit meiner Praktica, die ich ursprünglich für München mitgenommen hatte. Die Voigtländer befindet sich gerade in ihrer ersten Test-Phase – ich bin gespannt!München (22)

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Servus München!

{Kamera: Praktica MTL 3,  Film: Lomography Lady Grey 400}

Lomo Challenge III: Spiegelung & Alltag

Leute, ich bin völlig fertig. Aber ich will diese Lomo Challenge unbedingt durchhalten, auch wenn sich sonst nichts mehr auf diesem Blog zu bewegen scheint 😉 Ich verspreche, dieses Jahr nicht mit einem Knall zu beenden, sondern das nächste mit einem Bäng zu beginnen, ihr werdet schon sehen! (denn darum geht es hier zur Zeit nur…)
Heute nun die dritte von vier Lomo Challenges, frisch serviert von FeeistmeinName. Bergfest war gestern, heute gibt es Spiegelei und Alltagsschmaus. (Die Bilder selbst haben dann aber nichts mit Essen zu tun;)
Wenn ihr mitmachen wollt – ihr habt noch ’ne Chance! In 14 Tagen ist Finale und bis dato gab es schon etliche Leckereien Werke zu den Themen „Perspektive“ und „Markttag“ sowie „Lieblingsort“ und „Lichtspiel“.
Vielen Dank auch für eure vielen Kommentare und Komplimente letztens. Ich bin so rot geworden, wie mein Redscale-Film hier 😉 Zu meinen Favoriten aus der letzten Challenge gehören die Schwarz-Weiß-Fotografien von Hier so…, die gerne mit Worten jongliert und der Lichttanz auf Geschwister Gezwitscher, echt schön, schaut mal vorbei!

Zu den Themen heute nur ein paar Schnappschüsse (außer beim 2. Bild, da habe ich mir Mühe gegeben…)

Alltag.

Ich mach‘ was mit Büchern… Ein geflügelter Satz hier in der Branche, aber so ist es! Und Sandra Bullock ist nicht ganz unschuldig daran (wer den Zusammenhang sieht, kriegt ’nen Lutscher!).
Im echten Leben arbeite ich in einem kleinen Verlag hier im Norden. Und unter uns, ich gehöre zu der Randgruppe von Leuten, die sich nach 17 Uhr die Buchstaben von der Hose streifen und sich Literaturverfilmungen im Kino anschauen.
Der ein oder andere hat es vielleicht schon mitbekommen…im Blog gibt es immer mal wieder Buchvorstellungen von neuen Filmen. Zuuufällig ging es darum auch in meiner Abschlussarbeit, die in ein paar Wochen als kleines Büchlein erscheinen wird, chihi. (Natürlich nicht in unserem Verlag, das wäre ja zu einfach 😉
Das Bild enstand übrigens auf der diesjährigen Frankfurter Buchmesse, Halle 8.

Wisst ihr noch? Damals, als die Sonne schien, als man mit Vogelgezwitscher aufwachte, noch bevor der Wecker klingelte und man jodelnd die Berge hinuntersauste. Gelegentlich peitschte einem ein Brombeerstrauch ins Gesicht, weil man sich nochmal und nochmal nach dem jungen Reh umdrehte, das nur wenige Meter vom Weg entfernt stand. Damals im Sommer bin ich mit dem Fahrrad zur Arbeit gefahren, war völlig außer Atem und nur leicht verschwitzt in meinem Verlag angekommen, das rechte Hosenbein schon wieder besudelt. Ein Traum.
Jetzt ist es schon fast duster, wenn man nach Hause kommt und bald … Nee, da kann ich jetzt wirklich noch nicht drüber nachdenken. (Winter, ugh!)

Wenn mal gerade kein Rehlein zur Hand ist, gibt es zumindest immer irgendwo eine Herde Schafe. Auf die ist Verlass. Sie stehen jetzt schon eine ganze Weile in der Nähe vom alten Gutshaus und nachdem ich das 12. Mal mit dem Autoradio auf volle Pulle an ihnen vorbeigerauscht bin (ja, ich höre Ndr2), hatte ich im letzten Monat endlich mal eine Kamera auf dem Beifahrersitz liegen. (Und irgendwie scheinen gerade alle Kameras mit Redscale-Filmen besetzt zu sein; Lubi, Diana…es bleibt rot!)

Und auch an diesen majestätischen Herren radel(t)e ich jeden Tag vorbei.

Spiegelungen.

Ach, ihr wisst es doch schon längst, ich liebe sie einfach! Egal in welcher Form, ob als doppeltbelichtetes Ungetüm hanseatischer Lieblings-Architektur…

…im gewölbten Schaufenster um die Ecke oder in den Herzen meiner Freunde…

…am Bahnsteig…

…oder als Sonnenuntergang im Stallfenster!

🙂

Macht ihr auch mit bei Fee’s Lomo Challenge? Dann hinterlasst doch euren Link im Kommentar and spread the lomolove – bin gespannt!

Bis zum Finale,

Conny

Teil I der Lomo Challenge: Perpektive & Markttag

Teil II der Lomo Challenge: Lieblingsort & Lichtspiel

Eine Milchbar in Stralsund

Ich muss zugeben, dass ich ab und zu luschere, durch welche Suchbegriffe die Leute wohl auf meinen Blog gelangen. Natürlich nur aus rein wissenschaftlichen Gründen (also reiner Neugier). Neben einfachen Schnitzeljagd-Hinweisen wie lomo blog oder lomography meer, sticht immer wieder ein Suchbegriff hervor: Milchbar Stralsund. Hm? Ah, stimmt, in einem meiner ersten Blogeinträge geht es um ein Lomoherz-Bild, welches auch auf den bedruckten Werkhaus-Hockern zu finden ist.
Na guut, es ist nicht wirklich mein Bild, das darauf abgedruckt ist, aber es sieht ihm ziemlich ähnlich (räusper). Und dieses Bild zeigt die Milchbar Stralsund. Der Rest des Artikels hatte dann aber eher weniger mit der nostalgischen Bar zu tun, die jahrelang in trister Einsamkeit und unter den wehmütigen Blicken von Einheimischen und Touristen verfiel. Um die Gastbesucher aus den Suchmaschinen nicht länger auf die Folter zu spannen, war es höchste Zeit, mal etwas Neues über die Milchbar zu schreiben – wie es momentan um sie steht, ob sie in ihrem alten Glanz erstrahlt oder bald der Vergessenheit angehören wird.
Anbei also ein Bericht von einer, die bei jedem Besuch in der Hansestadt erst einmal gucken musste, ob das alte quietschgelbe Gebäude am Neuen Markt noch steht.

So sah es am Stralsunder Neuen Markt vor etwa 1-2 Jahren aus:

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Die Stralsunder Milchbar, angelehnt an das amerikanische Konzept zur Zeit der Prohibition, nach jahrelangem Leerstehen und dem Verfall nahe. Beliebter Treffpunkt seit 1956, nach der Wende geschlossen, wie so viele Traditions-Läden in den neudeutschen Städten, davor Schnapsbrennerei und Café. 

Im Internet und den Zeitungen kursierten immer wieder die wildesten Geschichten und Pläne über einen möglichen Teil-Abriss, Sanierungsarbeiten und Umfunktionierung zum Bürogebäude bis hin zum Herzenswunsch der meisten Stralsunder – die Wiedereröffnung der alten Milchbar.
Und dann war es endlich offiziell: Das denkmalgeschützte Haus am Neuen Markt 13 soll bis Anfang 2013 in ein Wohnhaus mit Gewerbeflächen umgebaut werden. Gewerbeflächen im Plural. Damit war die Aussicht auf ein Milchbar-Revival erst einmal dahin. Bis das Restaurant im Juni dieses Jahres von einem Ehepaar unter dem alten Namen wiedereröffnet wurde.

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Jetzt haben die Stralsunder ihre alte Lady wieder.

Im Sommer, ungefähr 2 Wochen nach der Eröffnung, schauten meine Mama, die den Laden noch von früher kennt, und ich mal hinein und schlemmten uns durch sämtliche Eissorten. Lecker!

Ob die Milchbar ihren Kultstatus von früher wiedererlangen kann, wird sich noch zeigen, denn an das ursprüngliche Konzept erinnert heute nur noch der geschwungene Schriftzug, die Jukebox und die schwarz-weiß Fotografien an den Wänden. Das neue Konzept steht nicht mehr unter dem amerikanischen Einfluss der 50er und 60er Jahre, sondern vielmehr unter dem Stern einer italienischen Snackbar, wie sie nunmehr in jeder Stadt zu finden ist. Auf der Uniform der Kellnerinnen steht „Milchbar & mehr“ und dieses „mehr“ steht für die zusätzliche Speisekarte, die brav neben der Eiskarte liegt. „Pasta und Pizza“ zählen nun ebenfalls zu den Spezialitäten des Hauses – mit einem vielfältigen Angebot, angefangen bei der breitgefächerten Auswahl an Bruschetta, die einem schon auf der zweiten Seite das Wasser im Mund zusammenlaufen lassen.

Aber mit dem Mut, ein altes Stadtjuwel in neuem Glanz erstrahlen zu lassen, kommen auch die Zweifel und die hohen Erwartungen. Viele, die die Milchbar von früher kennen, vermissen die Liebe zum Detail und das unkonventionelle Lebensgefühl, das dieser Ort zu seinen Hoch-Zeiten ausstrahlte. Momentan profitiert das Lokal von seinem neuen Antlitz und von der Erinnerung an Schmalz-Tollen und Petticoats, vom Retro-Charme einer längst vergangenen (besseren?) Zeit, wie sie vielleicht noch in den Köpfen einer ganzen Generation gespeichert ist. Meiner Meinung nach wird dies als Alleinstellungsmerkmal auf lange Sicht jedoch nicht genügen. Um sich gegen die Konkurrenz in der Stadt, und vor allem am Neuen Markt, durchzusetzen – der nächste Italiener ist tatsächlich nur 2 Häuser entfernt – fehlt es dem Snack-Café/Restaurant noch an Einzigartigkeit, an unkommerzieller Leichtigkeit und Ideenreichtum, auch mit Hinsicht auf Geschmack und Auswahl der Eissorten, die gut, aber nicht außergewöhnlich gut sind. Auch das Personal hätte etwas charmant-freundlicher daherkommen können, obwohl man sich so kurz nach der Eröffnung vielleicht auch ersteinmal zusammenraufen muss…

Natürlich kann man nicht einfach dort anknüpfen, wo die alte Milchbar aufgehört hat, ohne den Blick in Richtung Zukunft und Tendenz zu wenden. Aber wenn ich mir etwas wünschen könnte, dann wäre es ein bisschen mehr Liebenswürdigkeit, ein ausgefalleneres Angebot, das anderen Eisdielen die Show stiehlt, und Mitarbeiter, die sich nicht anmerken lassen, dass sie überfordert sind, sobald alle Außenplätze belegt sind. Ein Schritt in diese Richtung ist die Einführung der ‚Retro-Karte‘, die zum Zeitpunkt unseres Besuches noch in Vorbereitung war, inzwischen aber bestimmt auf den zahlreichen Tischen ausliegt. Auf diesen Karten werden wieder die alten Klassiker, wie z.B. der Taucher und mehr zu finden sein. Und vielleicht fühlt man sich dann, mit dem geringelten Strohhalm in der aufgeschäumten Erdbeermilch, in eine Zeit versetzt, die der neuen Milchbar alte Werte verspricht und sie zu dem macht, was sie einst war: ein unverwechselbarer Ort, den jeder kennt und der noch lange in Erinnerung bleiben wird.

Der Nostalgie zuliebe und weil es einfach ein Erlebnis für sich ist, sollte man die Milchbar mindestens einmal besucht haben, wenn man in der Nähe ist. Und dann bestellt doch bitte einen Taucher für mich mit! 🙂

Die Hansestadt Stralsund ist übrigens unbedingt einen Abstecher wert, in den letzten Jahren hat sich dort viel getan. Die meisten der 700 denkmalgeschützten Gebäude wurden inzwischen auf Hochglanz poliert und der mittelalterliche Stadtkern, der sich mit Wismar einen Weltkulturerbe-Titel teilt, hat ein ganz eigenes Flair. Als Deern von der Waterkant liebe ich natürlich alle Hansestädte, aber Stralsunds Innenstadt und Architektur, in Backsteingotik und bunten Farben gehalten, haben ein Extra-Plätzchen im Lomoherz. Außerdem gibt es dort echte Meeresschildkröten.

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Eine schöne neue Woche für euch und bis demnächst,

Conny Hansen

Lomo Challenge: Perspektive & Markttag

Ich hab ja meinen Markt und meinen Fluss, singt Herr Poisel. An dieses Lied musste ich denken, als Fee zur Lomo-Fotochallenge einlud und die Schilder zu den ersten Themen hochielt: Perspektive und Markt. Ungefähr einen Monat (gefühlte 4 Tage) gab sie den Lomo-Anhängern Zeit, um diese Wörter auf Papier zu bannen, entwickeln zu lassen und zum richtigen Zeitpunkt hochzuladen.

Heute startet Teil 1 des Staffelaufs, bei dem wir uns alle ein paar ausgewählte Lomographien in die Hand geben. Einzige Bedingung war, dass man tatsächlich losstiefelt und diesen Themen mit der analogen Kamera auflauert. Das habe ich auch getan, ehrlich. Zumindest bei einigen Bildern. Aber dann erinnerte ich mich noch an die vielen anderen Bilder in meinen Ordnern, die dieses Kriterium erfüllen und schon seit Monaten darauf warten, auch mal herumgereicht zu werden, wie dieses oder jenes Bild. Aber da sie hier wahrscheinlich nie auftauchen werden, taten sie mir auf einmal leid und hier sind sie nun, vermischt mit brandaktuellen Lomos.

Ich werde mein Bestes geben, Film und Kamera zum jeweiligen Bild zu nennen, sofern es denn die Erinnerung zulässt… Wenn ihr mit der Maus über die Bilder fahrt, müssten sie erscheinen.
Ich freue mich schon auf die Beiträge anderer Lomoherzen und darauf, ein paar neue Lomo-Blogs und Blogger kennenzulernen – Lomo on!

Perspektive.Lubitel Lomo CN 400

Hatte ich schon erwähnt, dass ich beim Lubitel-Supersale letztens zugeschlagen habe? Habe ich. Und dieses Bild kommt direkt von der ersten Rolle.
Ich bin richtig verliebt in diese Kamera. In ihre Schärfe und ihren Charme, hach. Vor lauter Aufregung ist sie mir gleich beim zweiten Film heruntergefallen, aber keine Angst, ihr ist zum Glück nichts passiert (ich wäre sonst in Tränen ausgebrochen).
Dafür macht es unheimlich viel Spaß, von oben in die Kamera zu schauen, das Motiv auf der Mattscheibe scharfzustellen und mit einem nostalgischen Klick abzufeuern. Weitere Lubitel-Bilder folgen in den nächsten Challenges (es werden insgesamt 2 x 4, also je zwei Challenges in einem Blog-Beitrag zusammengefasst).

Und hier kommen schon die nächsten Bilder, die mit besonderer Perspektive ein wenig Eindruck schinden möchten. Ähem.
Die fischdosige La Sardina kann man schon mal in den Sand legen, da fühlt sie sich fast wie zu Hause. Und seht ihr die Möwe rechts im Bild? Ist direkt auf den Leckerbissen aufmerksam geworden! Ins Meer geht man dann aber doch lieber mit der Krabbe (dem roten Unterwassergehäuse für die LC-A).
Ein richtiges Spiel mit der Perpektive bringt die klassische Zweifachbelichtung. Alles steht Kopf? Bordstein über statt unter dem Baum? Alles möglich mit der Doppelbelichtung, die die physikalischen Gesetze mit 2 Klicks aufhebt. Unten links: Die Stadt in der Stadt – Blick von Stralsund auf Stralsund. Und zum Schluss noch mal ein Lied: Upon the fields of baarleeeey.

Markt.

Eigentlich wollte ich euch mit auf den Trödelmarkt nehmen, aber leider wurden die Bilder nicht rechtzeitig fertig.
Dafür gibt es herbstlich bunte Tische mit Leckereien aus lokalem Anbau (die nicht so richtig scharf werden wollten) und ein kleiner Ausschnitt aus einem Antik-Markt.

Habt ihr auch ein paar Bilder zu diesen Themen? Vielleicht sogar in analog? 🙂

…und damit verabschiede ich mich zur Buchmesse, adios!

Einmal durch Italien, bitte! * One way ticket through Italy, please!

Conny allein auf großer Fahrt. Der Artikel dazu erschien am Montag auf Lomography.de, aber ich will euch meinen kurzweiligen Roadtrip quer durch Italien natürlich nicht vorenthalten 😉
PS: Der Artikel ist ein kleiner Vorgeschmack auf Bella Italia im Sommer, hat aber nichts mit meiner Reise nach Südtirol zu tun. Diese Geschichte erzähle ich euch später im Jahr…

kleiner sommer italien
Um mein Studium abschließen zu können, musste 2011 noch schnell ein Praktikum im Ausland her. Am liebsten englisch-sprachig. In England und den USA war ich schon und für Ozeanien reichte mein Taschengeld nicht aus. Blieben also noch 2 Möglichkeiten in Europa: Irland und, ja, Malta. Dort ist Englisch neben Maltesisch die offizielle Amtssprache. In Irland scheinen Praktika eher als ’studienbegleitend‘ aufgefasst zu werden, dort kam ich jedenfalls für 5 Wochen nirgends unter. Dafür gab es in Malta kein Praktikum unter 4 Monaten. Aber nach Malta wollte ich immer schon mal, also warum nicht gleich mehrere Monate auf der Sonneninsel im Mittelmeer verbringen? Und darin lag auch der Kasus Knaxus. Mittelmeer und Insel. Nicht mal eben umme Ecke und auch nicht bequem mit dem Auto zu erreichen. Fliegen finde ich ganz fürchterlich und sowieso fahre ich lieber mit dem Zug. Also rief ich in Malta an und sagte ich käme 1 Woche später an. Mit dem Schiff.
Und um dieses Schiff, oder besser gesagt, die Fähre, nach Malta zu erwischen fuhr ich mit dem Zug einmal quer durch Italien – von Verona bis zum Hafen von Catania, von wo aus ich schließlich nach Malta schipperte. Noch schnell ein kleiner Road (Railway) Trip vor dem Praktikum: single, no return bitte.
Ich besorgte mir ein InterRail Ticket für Europa und stieg am Ende des Sommers in den Zug gen Süden. Einmal quer durch Deutschland, Österreich und Italien – mit dem InterRail Country Pass relativ günstig und eigentlich auch recht bequem. Auf trenitalia.com kann man inzwischen auch auf Englisch die passenden Zugfahrkarten zum InterRail Ticket bestellen.
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Before I could hand in my master thesis and thus finish my studies, I had to arrange for an internship abroad and I wanted it to be in an english-speaking country. I had already seen parts of the US and the UK and my savings limited me to Europe anyway (one day, Oceania, one day…). That kind of left me with two options: Ireland (one of these countries you always want to visit, but gets pushed down the list by trendier countries and road trips) and, yes, Malta! Besides Maltese, which sounds like a mixture of Italian and Arabic, English is the second official language spoken on the little island in the Mediterranean Sea. And unlike Ireland, Malta wanted me straight away (well, at least the travel company I applied at did).
So Malta it was. But how to get there? I hate all things related to flying (you know, Helicopters, Jets,
Hovercrafts…), but I love travelling by train (though not so much in the summer, as I quickly came to realize). So I called Malta and told them that I would be arriving a few days later than the rest. By boat.
There’s a ferry leaving from Catania, Sicily, which takes you to Malta in only 3 or 4 hours. And what better excuse to enjoy a quick road (railway) trip through Italy in order to catch that ferry? So, one day in August, I boarded the train in North Germany and went all the way down south, spending a few days in Verona (home to Romeo and Juliet) and Catania (scared the bejesus out of me).
Have a look …
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1. Halt: Verona

Wer wie ich vor Erscheinen des Films Briefe an Julia noch nie in Verona war, sei gewarnt. Nicht nur, dass der berühmte Balkon am angeblichen Casa di Giulietta erst weit nach Shakespeare’s Uraufführung für touristische Zwecke angebaut wurde (in den 30er Jahren!), es werden im Gegensatz zum Film auch keine kleinen Zettel mit Liebeswünschen an der Hauswand befestigt. Stattdessen müssen sich inzwischen Tausende von Liebespaaren an der Wand des Eingangstunnels verewigt haben, was diesen nicht romantisch verwoben, sondern recht beschmiert aussehen lässt. Das inszenierte Haus der Julia  kann auf den Spuren des Liebespaars besichtigt werden, ist aber in Wahrheit der palastartige Bau der Familie Capello, die dort im im 14. Jahrhundert lebte.

Vor dem Umbau zum Casa di Giuletta war das Haus als Gasthof und zum Teil auch als Stall genutzt worden. Mitten im Innenhof steht eine bronzene Statue und nachdem man Julias linke Brust für glückliche Zeiten betatscht hat, sollte man unbedingt in das anliegende Geschäft hineinschauen in dem man seinen oder andere Namen kalligrafisch auf eine Vielzahl von ausgewählten Stoffen, wie Tücher oder Kissenbezüge, sticken lassen kann.
Vom Haus der Capulets sind es nur einige wenige Schritte bis zum Piazza delle Erbe, der von historischen Fassaden aus verschiedenen Jahrhunderten umgeben wird. Dort steht auch der Uhrturm Torre del Gardello aus dem 14. Jahrhundert, hier rechts mit Heiligenschein zu sehen.

Der Piazza delle Erbe ist Marktplatz und Versammlungsort dieser mittelalterlichen Stadt und überhaupt gehört die schöne Altstadt von Verona zum Weltkulturerbe.

Das Zentrum lässt sich über verschiedene Brücken erreichen, eine der bekanntesten ist wohl die Ponte Pietra (Italienisch für Steinbrücke), eine römische Bogenbrücke über dem Fluss Etsch.

Von der Brücke hat man einen tollen Ausblick auf den Hügel San Pietro mit dem Teatro Romano di Verona, dem Archäologischen Museum im Römischen Theater – dem ehemaligen Kloster des Hl. Hieronymus – und dem Castel San Pietro

Auf der anderen Seite des Flusses gibt es ein Hostel mit unglaublich viel Flair. Etwas ranzig, wie Hostels nun mal so sind, aber es war trotzdem eines der Schönsten in dem ich jemals untergekommen bin. Das Ostello Verona ist eine alte Villa mit hohen Wänden und bemalten Decken, riesigem Garten und wunderschönem Ausblick über die Stadt. Reservieren braucht man vorher nicht, man kann einfach vorbeikommen und es sich gemütlich machen. Und das Beste: es ist wirklich günstig und überhaupt nicht weit entfernt von der Altstadt.

Der Bahnhof Porta Nuova in Verona ist schwerer Eisenbahnknotenpunkt. Von dort aus fuhr ich 2 Tage später nach Rom, wo die Fahrt mit dem bequemen und klimatisiertem Schnellzug leider endete. Weiter ging es in Richtung Sizilien mit einer Art Bimmelbahn, die wirklich in jedem kleinen Ort anhielt. Aber zum Glück musste ich mit meinen gefühlten 63 Kilo Gepäck nicht noch einmal umsteigen. Ich machte es mir in meinem überhitzten Abteil gemütlich und bekam ab und an Gummibärchen von der englischen Familie, die in Genua ausstieg und die meisten Zeit Ich sehe was, was du nicht siehst spielte. Später unterhielt ich mich mit einer reiselustigen Frau, die gerade einen ähnlichen Roadtrip hinter sich hatte und nun auf dem Weg nach Hause war.
Und die ganze Zeit rauschte Italien wie aus dem Bilderbuch an mir vorbei – die Alpen im Norden, die Zypressen in der Toskana und schließlich das Meer.

2. Halt: Catania

Kurz vor der Überfahrt nach Messina hingen wir dann geschlagene 2 Stunden in Villa San Giovanni fest. Hinter Rom werden die Durchsagen nicht mehr ins Englische übersetzt, aber meine italienischen Mitfahrer wussten auch nicht so recht, weshalb wir vor der Fähre standen und nichts passierte. Damit nicht genug war es zudem so heiß, dass mein roter Kuli auslief und mein T-Shirt fortan ‘blutverschmiert’ war.
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Kurz vor Mitternacht kam der Zug in Catania an und ich wollte nur noch ins Bett fallen, egal ob ich mein Zimmer mit 4 oder 10 Leuten teilen sollte, das hatte ich in der Zwischenzeit schon wieder vergessen. Aber es kam schlimmer. Das Hostel hatte mein „Zimmer“ spontan an eine Schulklasse vermietet und so schickten sie mich mit meinen Koffern mitten in der Nacht 7 lange Straßen weiter in eine Art Stadtwohnung im 5. Stock, ohne Farhstuhl. Und morgens um 1 war es irgendwie immer noch heiß.
Ich freute mich auf Catania bei Tag, aber das ungute Gefühl der letzten Nacht wurde ich irgendwie nicht los. Catania war mir einfach nur unheimlich. Vielleicht hätte ich mir vor meiner Reise nicht Der Pate ansehen sollen, aber fest steht – sollte ich jemals wieder in Cartania sein, dann bitte in Begleitung.
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Catania ist nach Palermo die zweitgrößte Stadt auf Sizilien. Die spätbarocke Architektur der Altstadt ist wirklich wunderschön und gehört ebenfalls zum UNESCO-Welterbe.

Und mittendrin: Der Elefantenbrunnen auf dem Palazzo degli Elefanti in der Nähe des Piazza del Duomo, eine Art zentraler Marktplatz. Er zeigt einen obeliskentragenden Elefanten, das Wappensymbol und Wahrzeichen der Stadt.

Catania (2)Kathedrale von Catania

Läuft man vom Piazza del Duomo die Via Etnea entlang, der Hauptstraße Catanias mit vielen Geschäften und Plätzen, kommt man theoretisch irgendwann am Ätna an. Sehen kann man ihn auf jeden Fall schon.

Auf meinem Weg zurück in die Wohnung kam ich an einem Antiken Römisch-Griechischen Theater vorbei – das Teatro Romano & Odeon. Beinahe hätte ich es nicht entdeckt. Wenn man bei fast 40 Grad eine Straße hinaufschnauft vergisst man schnell mal alles um sich herum und beschränkt sich aufs Fluchen.
Auf dem Hügel am Ende der Straße soll früher die Akropolis gestanden haben, wobei sich der Eingang zu diesem Teatro, der von den Römern samt Odeon umgebaut wurde, recht gut versteckt hält. Es wurde von späteren barocken Bauten regelrecht verdeckt und ist daher leicht zu übersehen. Nur zur Sicherheit: Der Eingang befindet sich in der Via Emanuele 266.
Catania (10)

Laut Broschüre hatte der Zuschauerraum im Originalzustand einen Durchmesser von ungefähr 100 Metern und Platz für rund 7.000 Zuschauer. Die Stufen, Zuschauerreihen und das Orchestra sind aus schwarzem Lavagestein gebaut. Das kleine Odeon, ebenfalls aus Lavagestein, liegt direkt neben, aber etwas höher als das große Teatro Romano.

2 Tage später machte ich mich dann auf in Richtung Catania-Hafen; in Italien öffentliche Verkehrsmittel zu nutzen ist ja immer ein Erlebnis für sich. Die Fähre nach Malta stand schon bereit und mit Sonnenaufgang brausten wir los. Ein paar Stunden später empfing uns Maltas Hauptstadt Valletta quasi mit offenen Hafenarmen…und mein Road Trip näherte sich dem Ende.

Da war ich also, in Malta, einer winzigen Insel im Mittelmeer in Sand- und Feuerwerksfarben.
… aber das ist eine andere Geschichte 🙂

Alle Bilder wurden mit der LC-A, die I., aufgenommen. Unter dem Herzen trug sie drogerieübliche (Rossmann) Farbnegativ-Filme, wahrscheinlich mit ISO400 (damals habe ich noch nicht so darauf geachtet…).

Dianas Kieler Woche * Diana’s Kiel Week

Hatte ich schon erwähnt, dass ich mit mehreren Kameras bewaffnet war?
Die Kieler Woche aus der 12-Bilder Sicht der Diana ♥ Kiel Week from Diana’s vantage point.

Dianas Kieler Woche (c) Lomoherz (3)Wolkenschiff

Dianas Kieler Woche (c) Lomoherz (4)Zum ersten Mal mit einem Chrome-Film unterwegs, und ich MAG den Effekt.

Dianas Kieler Woche (c) Lomoherz (7)Von den russischen Matrosen habe ich jetzt gefühlte 24 Bilder…

Dianas Kieler Woche (c) Lomoherz (6)

Dianas Kieler Woche (c) Lomoherz (2)…von diesem Hochseeakrobaten übrigens auch 😉

Dianas Kieler Woche (c) Lomoherz (1)Der Diana Splitzer hatte sich noch in der Tasche versteckt.

IMG_0021Diese Dalton-Herren haben während einer Show spontan die Bühne gestürmt. Hehe.

Dianas Kieler Woche (c) Lomoherz (8)

Diana F+, Fujichrome MS 100/1000 (120), X-Pro